Die andere Seite

In regelmässigen Abständen hat der F. zu mir gesagt Warum liest Du nur diesen Quatsch und meinte damit die Internettagebücher, die ich schon seit langen Jahren mehr oder weniger regelmässig besuche. Das hat doch alles keinerlei politische oder gesellschaftliche Relevanz. Nö. Ich hab ihn dann ein bisschen aufgezogen, ob er alle Erbaulichkeiten nach Kriterien politischer oder gesellschaftlicher Relevanz auswähle, sich so beispielsweise seine Begeisterung für Cy Twombly erklären liesse. Wie man denn dieses Befindlichkeitsgelaber mit richtiger Kunst vergleichen könne, hat er mich und sich gefragt. Einig sind wir uns auch hier nicht geworden.

Seien Sie gewiss: Es gibt hier nur Befindlichkeitsgelaber, garniert mit ein paar Lesezeichen und bunten Bildern. Bestenfalls Reisebeschreibungen von wenig spektakulären Orten. Nichts von politischer oder gesellschaftlicher Relevanz, leider. Und Kunst ist es auch nicht. Ganz wohl ist mir dabei nicht.

Gestern bin ich nach Konstanz gereist weil ich dort eine Vorbesprechung für ein sehr schönes Projekt hatte. Jedenfalls war die Herstellung der letzte Ausgabe eine Freude. Der Besuch hat lange warten müssen (es war bisschen knifflig), dann haben wir prima gespeist und sind noch ein bisschen durch das Städtle geschlendert. Irgendwann wurde sogar der Himmel ein wenig blau. Den Aperitif gabs dann wieder auf der richtigen Seeseite.

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v.o.n.u. Imperia, Wasser und Brot, Unipingpong, gelbe Dalben, Ausblick und Aperitif mit Miniuntergang.

Ich glaube, das wird ein schöner Job.
Ein schöner Tag war es schon mal.

4 Gedanken zu „Die andere Seite

  1. montez

    Das haben Sie aber fein beschrieben, Monsieur Kid.

    Ich habe mich in der Berliner Ausstellung vor ein paar Jahren ausführlich darüber amüsiert, mit welch andächtig angestrengter Verbissenheit das kunstwissenschaftlich gebildete Publikum die Bilder studierte, und mir dabei vorgestellt, wie der Cy sich dazwischen flanierend ins Fäustchen lacht.

    Ich kann den auch sehr gut leiden. Den sehr ernsten Witzbold.

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  2. Dorothea33

    Ach Gott, das Geseiere von der politischen und gesellschaftlichen Relevanz! Muss alles im Leben politisch und gesellschaftlich relevant sein?? Ich hab mein anderes Blog (http://alteeule.blogage.de) ganz bewusst auf „Kaffeekränzchen-“ oder meinetwegen „Stammtisch“-Niveau gehalten, und meine ach so politisch und gesellschaftlich relevanten Gedanken zwischendurch reingestreut. Genügt doch, oder?

    Gruß, dorothea33

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