Kategorie-Archiv: Gestalten

Sucks NOT

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Jetzt hab ich mich stundenlang mit dem bescheuerten P*ypal rumgeschlagen, und als ich mich durchrang, ein doch neues Konto zu eröffnen, war mein Bild bei den Anonymen Zeichnern wegverkauft. Na toll.

Gouache auf Buchseite, es wäre schön gewesen mit Dir.

Ich hab noch einzwei andere Schätze, aber jetzt hat mir ersma die Laune verdorben. Dreckszeug. Elender verfickter Kackscheiss.

Ich hätte auch eine von diesen nehmen können. Seufz.

Jetze hat es doch noch geklappt. Yay!

Der Nachlass von Theodor Sebald

ts
Ich bin in der neuen Wohnung der schönen Neuköllnerin und nebenan schreit Gustav wieder sehr laut. Ich brülle rüber, die sollen mal besser auf ihr Kind achten und der blöde blonde Vater kommt sofort auf den Balkon geschossen und beginnt mich zu beschimpfen. Als er wieder weg ist, hat die schöne Neuköllnerin die Idee, den stillgelegten, sehr kunstvoll mit rotem Marmor und Stuck verzierten Kamin wieder in Betrieb zu nehmen. Wir entfernen die Abdeckung, und dahinter ist eine orangene etwas abgeschabte Metallkiste.

Sie geht leicht auf, es ist kein Schloss dran, nur ein über eine Lasche gezogener Bügel, und wir finden darin in Formalin eingelegte kleine Skulpturen und Kohlezeichnungen (auch eingelegt). Natürlich wissen wir sofort, dass das der Nachlass von Theodor Sebald ist, einem tschechischen Künstler, der an der Hochschule in Weissensee studiert hat.

Dann habe ich noch Ostsee und Verwalter notiert, ich fand das sonnenklar, dass ich mich heute morgen noch erinnere, was es damit auf sich hat. Überhaupt war das kausal alles völlig logisch heute nacht, auch noch nach dem kurzen Erwachen während des Notats, die Sache mit Gustav und seinem blöden Vater stand in engem Zusammenhang mit der Entdeckung der Kunstwerke. Lässt sich wohl nicht mehr rekonstruieren. Theodor Sebald hat ein Buch über biologische Chemie geschrieben. Sagt das Internet.

gestern habe ich nach Dir Ausschau gehalten, aber Du warst wohl woanders

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Anlässlich des Deutscher Buchpreises an alte Korrespondenzen geraten.

… Und was ist bitte mit Kippenberger? Bei mir ist das so: Ich bin heute mit
einem Kippenberger-Buch durch die Stadt gezogen, ganz offen, so dass jeder
sehen kann, wie Kippenberger ein Foto von sich in der Hand hat, auf dem er
eine Atombombe in der Hand hat. Dieses Buch hatte ich recht lange in der
Hand. Da hat sich die öko-Bedienung aber erschrocken, als ich meinen blöden
Latte Machiato (oder wie wird das milde euugs geschrieben) bestellt habe …

Schreibter mir 2006. Ein bisschen hab ich mich vor ihm gefürchtet. Mehrmals. Ich wünsch‘ ihm trotzdem Glück. Und manchmal wird doch was wieder gut.

Sag mir, du lustiger Freund, wer du bist

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Gerade die größte diplomatische Leistung meiner beruflichen Laufbahn halbwegs mäßig gemeistert. Ein Mensch, mit dem ich, nennen wir es ehrenamtlich, zusammenarbeite, bat mich, ihn bei seinem Demnächstsupererfolgsprojekt, dem ganz großen neuen Ding, zu unterstützen. Ein Plagiat des Lebensfreude-Kalenders. Nie gehört. Ich müsse unbedingt bei ihm vorbei kommen und mir das Original ansehen. Na gut, bin ich dann, und ich weiss noch immer nicht, an welcher Front ich am meisten geschockt bin. Von der Idee, etwas 1:1 nachzumachen und anzunehmen, man könne sich da was vom Kuchen abschneiden. Von der Begeisterung für so einen Schrott oder von der Tatsache, dass sich offenbar 250.000 Menschen sowas an die Wand hängen.

Der Inhalt. 35 Seiten Sorgedichnichtlebeyolo. Angereichert mit geschmacklosesten Kitschfotos. Die Form. In Word erstelltes himmelschreiendes Nichtgrafikdesign. Für 7,80. Ich hab mich dann in hoher Kunst rausgeredet und vorgeschlagen, ich könne vor dem Druck ja noch einmal rasch draufsehen. Seitdem bekomme ich jeden Tag Mails mit Layoutentwürfen, die mich in meine Träume verfolgen. Ich möchte das nicht. Ertrage das nicht. Habe keine Zeit für sowas. Und verzweifle staune mal wieder an über die der Menschheit.

Helene Fischer. Ich les ja Boulevard, demnach war mir diese Dame vom Augenschein durchaus bekannt, anders als der hinreissenden Johanna Adorjan in ihrer höchst lesenswerten Erkundung in der FAZ. Sogar wusste ich von der Existenz des Superhits, wenngleich ich ihn bis vorvorgestern noch nie gehört hatte. Im Grunde ist mir das wurscht. Jede soll schön finden, was sie will. Nur rätsle ich, worin der Unterschied besteht. Zwischen Helene Fischer und all den Schlagerbardinnen, deren Geräusche man bei Eltern, Gesamtschulhausmeisterinnen und Bäckereifachverkäufern einst so vehement ablehnte. Was der Unterschied ist, sich einen Gartenwichtel oder den verpönten Zwerg an den Beetrand zu stellen (ja, ich hab einen, ganz ohne jede Ironie).

Seit ich dem inflationären Gebrauch des Wortes spiessig durch den F. beiwohnen musste, vermeide ich es. Allenfalls in Zusammenhang mit Geisteshaltung perlt es über meine Lippen. Kleingeist. Geiz. Vorurteile. Das ist für mich spiessig. Verblüffend finde ich aber, Gitte oder Moik spiessig zu nennen und sich für diese Fischer zu begeistern. Oder für so einen Kalender. Oder das mit dem Zwerg. Oder Heino nicht mehr, seit er Rammstein singt. Wie gesagt, im Grunde ist das egal. Aber ich freu mich, dass ich mich wieder wenigstens ein bisschen aufregen kann. Offensichtlich war ich kränker als ich dachte. Aber seit ein paar Tagen geht es besser. Juchei. Und die Zauberflöte in Bregenz hab ich mir auch angehört (und gestaunt, dass ich diese Oper praktisch immer noch auswendig kenne. 30 Jahre her). Das war volksnah im allerbesten Sinne. Der reinste Kindergeburtstag. Auf LSD. Wundervoll. Genau wie das Wetter grad.