Nachts

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Es ist Krieg und wir wissen, dass sie heute nacht kommen werden. Es gibt nur eine Möglichkeit: In die Schweiz (mir fällt da in der Nacht ein, dass ich die Tollwutimpfung für den Trotzki vertrödelt habe). Es ist alles sehr bedrohlich, gefährlich und undurchsichtig.

Ab jetzt albern: Das mit der Flucht klappt, die Mutter muss allerdings erst noch irgendwohin und will nachkommen. Wir bekommen Asyl bei Freundin K. (echte Ostschluse, wie sie selbst sagt) die mit Mann und Kindern dort lebt (in der Schweiz?). Allerdings unter freiem Himmel. Und wenn es regnet? Wenn es regnet, kuscheln wir uns halt alle eng zusammen. Es sei so schön, immer die Sterne zu sehen. Alle Familienmitglieder haben wie eigene Zimmer, jeweils eine Art Lichtung, auf der ein Feldbett steht. Ich bin befremdet (nicht mal ein Zelt?) und mache mir Gedanken, wie die Mutter auf einer solchen Pritsche schlafen soll.

K. muss dann weg und ihr Mann und ich beginnen sofort eine Affaire. Ich habe ein schlechtes Gewissen, er nicht. Er hat schöne braune Augen.

Später gehe ich in ein altmodisches Atelier, wo ich zusammen mit vielen anderen von Herrn Gerhard Richter in Malerei unterrichtet werde. Alle sitzen verstreut vor beschmierten Staffeleien und lauschen ehrfürchtig den Worten des Meisters. Ich finde ihn bisschen langatmig. Auf der Fensterbank liegen in einer Reihe, von Richter mit grauer Acrylfarbe bemalte Steine. Ich stecke zwei in die Tasche, sind sicher was wert, wer weiss, wofür die noch gut sind.

Als ich zurückkomme ist die Mutter angereist, stinkwütend, weil sie mich nicht gleich gefunden hat. Ist doch gar kein Haus unter dieser Adresse. Dann wache ich auf.

7 Gedanken zu „Nachts

  1. keinekrabbe

    Während in Unweite der Krieg tobt, befassen Sie sich mit den wahren menschlichen Werten: Liebe (die hier als Agape, Eros und Philia daherkommt), der Kunst und dem Sesshaft werden aka Häusle bauen.

    Aber die Steine… die grau bemalten Steine…

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