Freud und Leid

oder wieder ganz und kaputt oder ganz kaputt.

Fangen wir mit dem Guten an. Gut ist ja, wenn man Freunde hat. Am besten hat man Freunde, die andere Sachen können als man selbst, dann kann man sich auch bei praktischen Dingen gegenseitig helfen. Ich zum Beispiel könnte mühelos einen Film drehen lassen, bei all den Kameraleuten, Regisseurinnen, Cuttern und Schauspielern in meinem Freundes,- naja jedenfalls Bekanntenkreis. Ich wüsste sogar einen, der dann eine Kritik schreibt. Aber ich will gar keinen Film drehen, mehr noch, ich finde filmen und Filme blöd. Meistens jedenfalls. So wie Videoinstallationen, Zeug halt, dass mir eine Rezeptionszeit vorschreibt. Ich will aber (da fällt mir sofort das Patentkind ein), also ich will aber selbst entscheiden, wie viel Aufmerksamkeit ich etwas widme.

Es geht hier jedoch um etwas völlig anderes: Es war einmal ein ungezogenes zerstörerisches niedliches kleines Hundchen, für das dessen Schandtaten inzwischen tausende von Euros gekostet haben mir nichts zu teuer ist. Dieses Monster Tierchen hat seinerzeit in einem kurzen Moment ohne Aufsicht zwei Sessel gegessen. Ich habe glücklicherweise auch einen Freund, der so Polsterzeug kann. Der hat vor vier Wochen vorbeigeschaut, über so viel Unvernunft mit dem Kopf geschüttelt, ettliche Lederproben aus Ordnern gezogen, stundenlang mit mir verglichen und beratschlagt und dann meine heissgeliebte 60er Ledergarnitur wieder hergerichtet, für ein paar Groschen. Naja, einige Groschen. Und das hat er so gut gemacht, dass die Meckermontez nix auszusetzen hat. Ha. Jetzt muss nur noch das Zimmer drumrum renoviert werden. Das kriegen wir hin (nicht dass es hier nicht schon das ein oder andere bereits bewohnbare Zimmer gibt).
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Ausserdem arbeite ich gleichsam unermüdlich wie unauffällig an der völligen Autarkie (wird heutzutage immer wichtiger). Dazu braucht man hier in den höheren Bergregionen auch ein Gewächshaus, falls man rote Tomaten essen möchte. Das gibt es auch, leider kein solches, aber immerhin. Vor ein paar Jahren stand es im Weg herum und musste abgebaut werden. Das machte jemand, ein entfernter Bekannter, denn der Vater war schon sehr krank, die Mutter hatte entsprechend wenig Kraft und Zeit und die Tochter machte Kunst und Unsinn in der Bundeshauptstadt. Der jemand schraubte alles auseinander, schichtetet es auf und deckte was drüber. So lag es dann Jahr aus Jahr ein, bis ich, ach egal. Am Wochenende haben wir es wieder aufgebaut. Ja, ich weiss, man hätte erstmal genau schauen sollen. Jedenfalls: Alle Thermoglasscheiben sind kaputt. ALLE. Mit etwas Schaden hatte ich gerechnet.
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ALLE? Das Haus steht aber jetze. Und nu? Unmengen von Glück müssen nun (weiterhin) stattfinden um diese Schweinerei auzugleichen. Ach. Inzwischen hab ich mich wieder bisschen beruhigt und am Dienstag kommt der Glaser und rechnet. Soviel Steuern kann keiner zurückbekommen. Also Lotto.

Ich könnte noch mehr oder auch alles durchstreichen.

10 Gedanken zu „Freud und Leid

  1. montez

    Ne, Folie ist leider gar nicht geeignet, weil es ja um die Temperatur geht. Ausserdem braucht man da ein anderes System. Es gibt da noch so Hohlkammerplatten, da sind die Leute ganz begeistert. Aber ich bin halt so altmodisch: Ich hätte so gerne Glas. Jetz mal sehen was das kostet, zur Not werden es tatsächlich die Kunststoffplatten (ärghs).

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  2. montez


    Mir würde sogar so eins reichen, für lesen, tanzen und Sauereien gibt es ja das dazugehörigen Herrenhaus. Das im Botanischen Garten in B. ist übrigens auch sehr imposant.

    Pressspan. Ts.

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  3. Friederike (Gast)

    spezielle Gewächshausfolie, silbern, kenn ich vom Gartenmeisterfachbetrieb im Nachbardorf. Sicher günstiger als Glas. Sollten Sie ggf mal gugeln. Ansonsten ginge das Teil doch als Installation durch, einfach noch ein video davon drehen (lassen), und Sie haben eine Ihrer geliebten Video-Installationen.
    Das verzerrte Wort: mund.
    Den halte ich jetzt schnell.

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  4. montez

    Wie gesagt, Folie geht hier nicht. Schon technisch.
    Aber das mit dem Video lasse ich mir noch mal durch den Kopf gehen.
    Ist ja eh schon eine Installation.

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  5. Croco (Gast)

    Von dem von Herrn Kid hab ich auch immer geträumt.
    Wenn das mit der weißen Windmühle nicht klappt, dann hätte ich noch den Traum mit dem Glashaus.
    Ein bißchen hab ich es schon.
    Fenster bis auf dem Boden und so sitze ich mitten in der Botanik.
    Und ein winziger Wintergarten gibt Heimstatt für meine fleischfressenden Pflanzen, die immer irgendwann eingehen.
    Und für die Pflanzen, die ich im Urlaub irgendwo als Ableger mitnehme, und die auch irgendwann eingehen.
    Aber dazwischen: uiiiuuiiiiiiiuiiiii.
    Von Schweinereien kann ich leider nicht berichten.
    Aber wer weiß, das Leben macht ja Kurven.

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  6. kid37

    Ich finde, ein ordentliches Gewächshaus – für Pflanzen, eine Bibliothek, Tanzfläche und unzüchtige Fotos – sollte so ausssehen. Aber Ihres ist schon verdammt nah dran. Wie wäre es denn mit einfachen Nachtschattengewächsen. Gibt es Dunkeltomaten? Dann könnten Sie einfach Presspanplatten davornageln.

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