Was weg muss muss weg

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Ich weiss nicht, wie lange ich schon versuche, mich dagegen abzuhärten. Kaum Fortschritte. Eher gar keine. Es bricht mir das Herz.

Beim anderen Haus angerufen. Noch drei Wochen. Ich glaub, ich nehme nur die Rosen. Und die Hortensien. Und den Lavendel. Ach, wenn nur jemand anderes.

17 Gedanken zu „Was weg muss muss weg

  1. Wiesel (Gast)

    Ja, das ist herzbrechend. Und man hat Sätze auf der Zunge wie „wer so etwas tut, der…“. Furchtbar.

    Komme gerade vom Abendspaziergang zurück. Auch hier die Lücken. Vor zehn Jahren wollte die Stadt eine neue Straße bauen. Hat dafür mehr als 50 Häuser aus der Gründerzeit gekauft und abgerissen. Unsere Bürgerinitiative konnte das nicht verhindern. Wir haben in den leeren Häusern Fotos gemacht, „Hundert Jahre an einem Tag“ auf die Fassaden gesprüht, bevor die Bagger kamen. Die Straße wurde nie so gebaut, wie geplant. Das Viertel hat nun eine offene Wunde, durch die Drogenhandel und Kleinkriminalität eindringt.

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  2. schneck08

    Das ist doch frühe 30er, eher späte 20er? Und schmuck dazu! Und wo ist der Denkmalschutz? Wahrscheinlich ist der nicht da, weil er sonst und anderweitig immer so gemobbt wird. Da gibt es eine Schieflage im Verständnis und den Kommunikationen. Zum Heulen! (Anderes Haus: Nehmen Sie alles! Fensterläden, Treppensteine, Rolllädenkästen und auch Beschläge mitsamt Kleinigkeiten.)

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  3. Lena (Gast)

    Oh! Das geht ja gar nicht!

    Es ist Wochenende.
    Ich hätt‘ Wagen, Werkzeug, Willen (und Wut genug, um über diese Schwelle mitzugehen), wenn Sie wollen.

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  4. montez

    Eigentlich kann man gar nicht anfangen, ausführlicher darüber nachzudenken. Mir fallen sofort mengenweise Beispiele für diesen Irrsinn ein. Das, was Sie beschreiben, dass so ein Stadtgefüge auch sozial gestört wird. In jeder westddeutschen Grosstadt zu sehen. Hundert Jahre an einem Tag.

    Und  Z geht halt nicht.

    Ach.

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  5. montez

    Der Denkmalschutz ist damit beschäftigt, den Nachbarn falsches Fachwerk für ihren Neubau vorzuschreiben. Zum Draufkleben.

    Das zweite Problem scheint zu sein, dass es keine gescheiten Bebauungspläne gibt, und die Investoren alles durchkriegen.

    Und alles: Ich hab kein Werkzeug, kein passendes Transportmittel und grad auch keine Kraft. Ich denke, ich mach einfach die Augen zu.

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  6. speedhiking

    Wir gründen eine ‚Bloggerinitative Südwest zur Erhaltung gefährdeten Kulturguts e.V.‘ und erwerben gemeinsam einen alten LKW mit Ladekran. Erfolgreiche Kulturgutrettungsaktionen werden am Lagerfeuer begossen.

    Telefon-/Kommentarparole, wer wo was entdeckt hat: „We’re needed!“

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  7. Lena (Gast)

    Das Platzproblem teile ich, leider. Mir tut’s einfach leid um die alten Sachen und ich wollte Sie ermuntern, beim Retten nicht zu bescheiden zu sein.
    Unweit von hier soll in absehbarer Zeit eine entzückend verhauene, alte, kleine, verwinkelte Villa abgerissen werden und etwas Neuem weichen. Groteskerweise wird sie von einem Verein genutzt, der sich auch Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Bei alter Bausubstanz hört’s wohl auf.

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  8. montez

    Das selbe hier. Ich brauche die nicht, und Rosen kann ich noch nicht mal besonders gut leiden. Ich möchte nur nicht, dass da einfach der Bagger drüberfährt. Am liebsten wäre es mir, es fände sich jemand, der das wirklich nutzt. Tatsächlich fühle ich mich aber gerade zu müde, um hier einen Antike-Baustoffe-Handel aufzuziehen.

    Warum noch immer so viel abgerissen wird, obwohl das Bedauern über die länger zurückliegenden Verluste überall tönt, ist mir ein Rätsel. Hier ist es auf jeden Fall so, dass der Erhalt eines murkeligen Fachwerkhauses eher einsichtig ist (obwohl das auch nicht klappt) als der unseres oberlässigen 50er Kursaals, der zwar nicht abgerissen werden dürfte, aber seines kompletten authentischen Mobiliars beraubt und zur Unkenntlichkeit umgebaut wurde. Tatsächlich hab ich fast aufgegeben, mich aufzuregen. Ich verdrücke nur noch ein paar Tränchen.

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  9. Lena (Gast)

    Hab in letzter Zeit ein paar mal an Ihre geplante Rettungsaktion gedacht. Hoffe, Sie haben die Tür (und was Sie sonst noch retten konnten) und die Aktion unbeschadet überstanden.
    Lena

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