Kategorie-Archiv: Gestalten

Flache Häuser

Es regnet. Und ich glotze mich durchs Internet. Prefab ist das Zauberwort.
Vielleicht wollen Sie ja auch:
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Wenn ich nun so zurückdenke, habe ich diese Idee eigentlich schon vor 20 Jahren aus NZ mitgebracht. Ich hab da mal auf der Banks Penninsula in einem winzigen Holzhaus übernachtet, in das gerade mal so ein Bett gepasst hat. Das war sehr wundervoll und sehr billig. Ich habe noch oft daran gedacht, ich finde es aber nicht im Web. Wahrscheinlich eine Luxuslodge inzwischen.

Und ich habe meine theoretische Diplomarbeit über die hochgeschätzte Andrea Zittel und u.a. ihre Cellular Compartment Units geschrieben (jaja, schon erwähnt), die meine Vorliebe für ausgeklügelte Kleinraumeinteilungen, Module und Serien in ihren Arbeiten voll super auf den Punkt bringt. Also eigentlich alles ganz alte Hüte. Bin grad bisschen manisch. Ich hör‘ schon auf.

Was ich nicht mehr lesen möchte

Nun habe ich also ein Lavendelbad genommen (es ist Sonntag) und die Flaw studiert. Eine Zeitschrift mit Beiträgen über mittelintelligente Frauen, die haufenweise Binsenweisheiten absondern (also ungefähr wie hier). Dazwischen gibt es Artikel voller Binsenweisheiten im Allgemeinen. Ich bin ziemlich fassungslos: Ausser dass dieses Machwerk in einem hübschen Kleid daher kommt, habe ich selten ein überflüssigeres Printprdukt in Händen gehalten. Im Grunde ist das nichts als eine noch schlechtere Brigitte im neuen Gewand. Das Wort Achtsamkeit kommt ungefähr acht Millionen Mal vor, es wechselt sich ab mit YOLO in manigfaltigen Varianten.

Dann gibt es noch A 4 Aufkleber mit Binsenweisheiten Do what you love and fortune will follow und Everything is going to be OK, was für eine gequirlte Kacke, und nein, nicht everything is going to be OK, bedaure. Schon gar nicht auf Englisch. Ein paar unsinnige Kochrezepte, eine kleine Zeichenstunde (wtf?), ein Simplifyyourlife-Wochenplaner zum Raustrennen und als Krönung eine Anleitung, wie Frau eine Lampe aufhängt. BITTE? Ich wünsche mir ganz sicher keine Zeitschrift, die annimmt, dass ihre Zielgruppe diesbezüglich Bedarf hat. Angenommen ich hätte das, und ich frage mich, was das für Menschen sind, die nicht spätestens mit 19 das erste Mal eine Lampe installiert haben, würde ich mich schnell in diesen dollen Internet informieren. Und nicht in einer trutschligen Frauenzeitschrift. Achja, Einkaufstips gibt’s auch noch.

Am meissten bin ich geschockt, dass drei enge Freundinen annehmen, mir könnte sowas gefallen. Ich hoffe inbrünstig, die haben sich von der reizenden Aufmachung verleiten lassen und nicht so intensiv reingeschaut. Ich werde nun noch in den Genuss weiterer Ausgaben dieser Publikation kommen (Geschenk-Abo): Da hilft nur, das Ding als Grafik-Studienobjekt zu betrachten und dann zum Anfeuern zu nutzen. Ich wüsste nicht mal, wem ich das weitergeben könnte.

Frau D. schreibt, sie habe geweint vor Begeisterung beim Durchblättern. Vielleicht stimmt ja mit mir was nicht.

Die herausragende Talente dieses jungen Mannes waren sofort unübersehbar.
Herzlichen Glückwunsch. Bin ein bisschen stolz.

Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp,

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Zu tauchen in diesen Schlund?
[…]
Und es wallet und siedet und brauset und zischt,
Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt,
Bis zum Himmel spritzet der dampfende Gischt,
Und Flut auf Flut sich ohn Ende drängt,
Und will sich nimmer erschöpfen und leeren,
Als wollte das Meer noch ein Meer gebären.

Doch endlich, da legt sich die wilde Gewalt,
Und schwarz aus dem weißen Schaum
Klafft hinunter ein gähnender Spalt,
Grundlos‘ als gings in den Höllenraum,
Und reißend sieht man die brandenden Wogen
Hinab in den strudelnden Trichter gezogen.

Naja fast. Wie bei Schiller.

Vielleicht hilft Tanzen?

Geht in Preussen auch am Aschermittwoch.

Heute Nuit Bleue, die vorletzte, im King Kong Club. Ab zehn in der Brunnenstr.
Am 6. März Playfools im Cookies. Wo weiss man ja.
Oder ohne Gezappel: Am 22. März Eröffnung von ABC-Objekt von Adam Slowik im Buchstabenmuseum. Kann man auch so mal hin.

Ich habe einen Landkoller. Und dauernd kriege ich solche Mails.
Schaffe B. aber erst im April. Ach.

München

ines_kl
Die unermüdliche K. hat wieder ein Lumpenevent auf die Beine gestellt. Falls also jemand in München ist und an diesem Wochenende Langeweile haben wird, kann es gerne vorbei kommen und herrliche Kleider erstehen. Der Erlös geht an mein Herzensprojekt, eine Einrichtung die sich um behinderte Jugendliche und Erwachsene in Kirgistan kümmert, für die sich leider in immer mehr Fällen niemand zuständig fühlt. Für detaillierte Informationen betrachte man die Webseite, die hier aus persönlichen Gründen nicht verlinkt wird.

Ich werde da auch sein. Und ich werde nach exakten Instruktionen Schnittchen geschmiert haben, an denen Sie sich stärken können. Vielleicht gibt es auch eine Tasse Tee. Und eine Bogner-Skijacke.

Bunt

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Ich bin heute auf einen anderen Berg gefahren, um Kunst zu kucken. Von der und überhaupt erzähle ich dann irgendwann mal. Vielleicht. Aber die Plakatsammlung zeig ich gleich her. Wie schön. Sind natürlich nicht alle. Aber die schönsten. Die ich am schönsten finde. Besonders das grüne.

Die Sache mit Maik Michels

Madame Rosmarin hat das ja interessiert. Es gab da dieses Projekt.
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Ich habe vor langer Zeit mal zwanzig Kisten gepackt. Sie mit der Post an zwanzig Freunde verschickt. Waren Sachen drin, z.B. ein Päckchen Nieten. Ein Hühnerbein. Eine Roten Bete. Eine Schachtel getrockneter Fisch. Eine CD mit If you leave me now von Chicago, ein schlimmes Lied, falls es wer nicht kennt.

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Auch ein paar Anzeigen aus der BZ. Z.B. Neu 2 nette Transsexuelle BH 100, Supermod. Charltbg. Tegeler Weg 103 b TS pat. Hinterh. Mo- So 10 – 24 Uhr. Ein Horoskop. Die Lottozahlen. Der Wetterbericht.

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Und die Todesanzeige von Ruth Krüger.

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Ein paar Fotos.

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Ich hab die gezwungen, sich Geschichten dazu auszudenken. Haben die alle. Ganz erstaunliche Geschichten.

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Und aus denen habe ich ein Buch gemacht. Ist ein schönes Buch geworden. Ich habe nur noch eins (Frau Hill erinnern, mir das zweite zurückzugeben, die Daten krieg ich auch nicht mehr auf). Der Professor hat gesagt, ich muss versuchen, einen Verleger zu finden. Ich bin dann zu meiner Lieblingsgaleristin in der Linienstrasse, die ist auch Verlegerin. Die fand das alles blöd (und war dann nicht mehr meine Lieblingsgaleristin). Nach diesem entmutigenden Gespräch habe ich das Buch in den Schrank gestellt und fast erst wieder dran gedacht, als Frau Rosmarin neulich die Geschichte über die Todesanzeigen veröffentlicht hat. Ein paar der Mitwirkenden sind voll berühmt inzwischen (naja, einer, und die anderen mindestens ein bisschen). Vielleicht ist denen das inzwischen peinlich.