Nach ungefähr sechs Stunden Kopfschütteln und leichtem Zähneknirschen das Android-Tablet für die Greisin zur Rücksendung fertig gemacht und direkt ein Produkt der Gangsterfirma bestellt. Ich fang doch auf die alten Tage nicht mehr mit so einem haarsträubenden Scheiss an. Und wenn ich die Wahl zwischen den einen und den anderen Gangstern habe, dann nehm‘ ich doch die altbewährten.
Lord Richard Fauntleroy
Zuerst sass er auf dem Rosenbogen, dann verschwand er wieder und man glaubte an eine Erscheinung. Beim Versuch den silbernen Rabauken zu fangen, der sich immer lautstarke Streitereien mit den unseren lieferte und offensichtlich zunehmend schwere Verletzungen davon trug (das ist eine andere, traurige Geschichte), wurde er versehentlich dingfest gemacht. Heute weiss, ich, dass das in voller Absicht geschah. Er spazierte aus der Katzenfalle und übernahm sofort die Weltherrschaft. Mit solcher Würde und Borniertheit, dass er, trotz des völlig verlumptem Äusseren sofort nur noch als seine Lordschaft angesprochen wurde.
Er liess sich nicht streicheln, nur ein bisschen am Kopf kraulen, wegen Rückenschmerzen,wenn ihm etwas nicht gefiel, biss er sofort und saftig zu, er provozierte und beleidigte die anderen Käter, wo er nur konnte, manchmal lag die Küche voller schwarzer Fellfetzen. Er markierte überall im Haus, am liebsten an Bücherregalen. Bestand dennoch auf ein Katzenklo, kackte meist daneben, und sogar wenn es vor der Tür stand, die Tür offen war, fand er es nicht zumutbar, in der Natur seine Geschäfte zu erledigen. Wenn er dennoch mal dazu gezwungen war, machte er direkt vors Haus in den Garten, so dass die weisse Holzbank nur noch eingeschränkt nutzbar war.
Als er hier in der Einöde vom Himmel fiel, war er schon alt. Schlechte Nieren und was mit der Schilddrüse, was man halt so hat als alte Katz. Tabletten ging nicht wegen Tobsucht. Zweimal hatte ich ihn schon abgeschrieben, einmal, während die Greisin im OP lag. Zweimal erhob er sich wie der Phönix aus der Asche. Morgens war er immer der erste. Er hatte eine sensationelle Stimme, so ein heiseres Scheppern, toll. Er hatte immer Hunger. Er nahm lange Sonnenbäder und war immer in unserer Nähe. Ging nie weit weg. Die letzte Woche ging es ihm sehr schlecht. Die Spritze hat nicht mehr geholfen, die Pfoten wurden immer dicker vom Wasser. Ab und zu ass er ein Hühnerherz, sogar gestern Abend noch. Heute Nacht hat er es geschafft.
Er war eine sehr sperrige Persönlichkeit. Hat unsere Tierliebe wahrhaft auf die Probe gestellt. Wirst mir fehlen, alter Kater.
Alte Strassen
Es lässt sich kinderleicht rekonstruieren, wer hätte das gedacht. Pünktlich sechs Monate nach dem eigenmächtigen Absetzten der Prophylaxe ein Schübchen. 2010 war das. In der malerischen Hölle des umbrischen Landguts. Ein Glück, die K. war da mit ihrem Mann, sonst hätten wir uns pausenlos und immer tiefer im Dickicht der unerfüllten Wünsche verheddert, wie so oft. So gab es ein paar heitere Momente, jedoch auch einen kleinen kalten Fleck am Knie, der sich synchron zum unaufhaltsamen Voranschreiten der Katastrophe zu einem dichten Pelz am Unterschenkel auswuchs. Kaum zu verbergen dann das Nachziehn des linken Beins. Plötzlich viel schwerer als das andere.
Als ich zurück war aus dem Hades, ging ich zum Arzt. Ein MRT fand der und unbedingt wieder die bittere Medizin. Jaja hab ich gesagt und mich schnell verdünnisiert. Dann war Ruhe. Bis zu diesem März. Das Augenzeug. Na gut, nach nur einer Woche Schieben ein Arzttermin in B. Auch wegen Ausmecker von den besorgten Nahen.
Da steh ich nun am Tresen, mit fast fester Stimme trag ich vor, au wei sagt die dünne Dame, alle Patienten wurden doch verständigt, der Herr Doktor bildet sich bis morgen fort. Args. Wohin ging denn die Post? Na, Schwedterstrasse, die Adresse von 2010, da fiel sie in ein schwarzes Loch. Also noch mal von vorne. Mit dem Auge kommt es eh nicht mehr drauf an, entweder man haut das olle Zeug direkt drauf oder eben gar nicht. Schlägt ja gemeinhin eh nicht an bei mir.
Ich hab’s mir jetzt bis Ende Juli gegönnt. Das Drücken. Dann aber.
Taubengroße Hagelkörner
oder so ähnlich, sagen hysterische Wettermedien für heute Nacht vorher. Und Sturmböen. Nicht nur, dass hier die riesigen Bäume sehr nah am Haus wohnen, ich hab auch ein bisschen Sorge um die Gemüse. Die stehn nämlich da wie die preussischen Soldaten. Soviel Zucht, Ordnung und Pracht war noch nie.




Umd dann hab ich noch 100 2 Meter 30 lange Robinienpfähle abgeladen. Jugend trainiert für Olympia. Zeit wird es.

+
Kann mir übrigens jemand verraten, warum die Blondine aus der Tiefgarage mit dem Aufzug hoch ins Zappelstudio fährt und sich dann auf den Stepper stellt? Oh Menschheit, geh unter. Du hast es sowas von verdient.
Schiefe Bilder
Also. Eigentlich bin ich ja unvermindert schreibunlustig, aber ich kann ja Madame Rosmarin nicht so enttäuschen.

Hastig zusammengefasst würde ich sagen: Riga ist eine ein kleines bisschen eingebildete, pinkfarbene Plateaustilettos tragende gutgebaute Person, die grad lautstark ihren Jungesellinnenabschied feiert und dabei mal richtig die Sau rauslässt. Ansonsten ist sie ernst, fleissig und mittelmäßig misslaunig. Ja. Kann man mal hinfahren. Ist interessant.

Mein Herz verloren habe ich an Vilnius, das mir vorkommt wie ein bezauberndes Hippiegeschöpf, das nach selbstgemachter Hanfschafsmilchseife riecht. Von einer unwiderstehlichen Feier- und Lebensfreude ist. Dauernd singt, nicht unbedingt sehr richtig, aber charmant ungeniert. Sich mal wieder die Fussnägel frisch lackieren und die Haare kämmen könnte.
In geraden Bildern können Sie das alles hier studieren.
Das ist jetzt alles sehr poplig und unangemessen zusammengefasst. Eigentlich gäbe es soviel zu erzählen. Das mach ich dann auch bald mal. Aber jetz muss ich wieder in den Garten!
Nordosten
Off to Riga!
Bis bald!
He,
Europa, was ist los mit Dir? Spinnst Du?
Berge ohne Berge

Die haben heute was anders vor.
Blätter, Früchte, Knollen, Stängel, Wurzeln
Kohlrabi
Tomaten (verschiedenste)
Lollo Rosso
Radieschen
Eiszapfen
Eichblattsalat
Vespergurken
Blumenkohl
Mangold
Morrüben
Kopfsalat
Spinat
Zuckerschoten
Rosenkohl
Gelbe Zucchini
Butternut Kürbis
Runde Zucchini
Erbsen
Gelbe Buschbohnen
Rote Bete
Porree
Chilli (verschiedenste)
Wirsing
Schlangengurken
Grüne Bohnen
Zwiebeln
Rotkohl
Kartoffeln
Ruccola
Spinat
Hokaido
Romanesco
Dass ich immer übertreiben muss. Wenn alles wächst, werde ich durchdrehen. Aber grad bin ich sehr euphorisch. Was man da alles kochen kann! Ha!
Kein Wunder, dass das Internet ohne mich auskommen muss.
Ach ja, Beerensträucher hab ich auch gepflanzt.
Auch mal wieder


da, die Damen und Herren. Hier auch.