Hirsch heisst ein Mann

DSC_0032
DSC_0024
DSC_0022

Der Föhn stürmt, die Geschenke sind allerliebst (Greisin hat wunschgemäss rote Socken gestrickt), das Essen war erwartungsgemäß (wie immer) vorzüglich, keinerlei Missstimmung weit und breit, ne halt, auf dem WUWeihnachtsessen neulich hätte es fast eine Schlägerei gegeben und ich wurde gestern von einem hysterischen Hundebesitzer mit dem Tode bedroht. Wegen meines Kampfhundes. Der ist aber auch schlecht erzogen.

Heute Hirsch für die Sippe. Auf besonderen Wunsch mit Spätzle UND Knödeln, Rotkraut dazu, na klar. Und dann erst mal Wassersuppe, die nächsten Tage. Bis Dreikönig, da wird die Greisin 100. Aber dann bestimmt Wassersuppe.

Ich hoffe, Sie sind auch wohl.

Hush Puppies

An prominenter Stelle war unter anderem die Rede von der Erbärmlichkeit von Popkulturgesprächen: Das eine gut finden, die andere weniger, den wieder anderen überschätzt, oder so zwischen mißglückt und gut gemeint. Viel schlimmer noch finde ich noch mein sofort etwas nicht mehr gut finden, sobald es einen Tipping Point erreicht hat. Was mindestens so albern ist, wie etwas gut zu finden, weil es alle gut finden, ohne eigentlich zu wissen warum.

Dass wir kaum aus unserer Haut können, stellen wir rasch fest, ich offenbar wenigstens noch ein bisschen besser als die I., die das den Hauschkaeffekt tauft. Kommt ihr nicht mehr ins Haus das Zeug, seit es von Julia Roberts benutzt wird.

Herr Licht (hat nach Bachmann irgendwie den Faden verloren). Oder Urban Gardening. Überhaupt Gartenarbeit. ( Ich hab da so ein Viertel Feld in Lichterfelde) Die Piratenpartei (aus echten Gründen, trotzdem mal gewählt, Europawahl 2009). Oder Bio. Frau Rösinger (obwohl ihr ein bisschen Kohle zutiefst gegönnt sein soll). Bärlauch (meine erste Überdosis hatte ich mit zehn). Joggen, ne heisst ja wieder Laufen inzwischen. Pilates. Wandern. Am besten Hüttenwandern. Pilgern (Jakobsweg?). Kaffee Togo. Bugaboo. BDSM. Apple.

Siehste, schon wieder. Da könnte ich ewig weitermachen. Hab auch schon wieder eine lange Wörtersammlung. Die Lieblingsnachbarin findet aber, der Zweck heilige die Mittel. Ach.

Verdammte Abgrenzungslisten. Wie man sich die Welt klein macht mit solchem Quatsch. Also. Nicht. Nur bisschen heute. Arghs.

Eigentlich wollte ich ja darauf hinweisen. Vielleicht schaffen wir es dieses Mal?

appendix

Meine tiefe und vorbehaltlose Liebe zu diesem Interpreten Poeten ist mit den Jahren dramatisch abgekühlt. Dennoch ein Nachtrag: So hätte es ja auch kommen können. Ziemlich blödes Video, leider, schliessen Sie doch einfach die Augen.

Geschlechtliches

IMG_1824
Genauso war es. Nur die Innenbeleuchtung war absolut misslungen.

Und dann erfahre ich noch von einer Mutter, die ihren Sohn Anook (orginelle Schreibweise!) genannt hat, sie nennt das einen Gendernamen, denn sie möchte ihrem Kind offenlassen, für welches Geschlecht es sich mal entscheidet. Oh. Das Forum Gesundheit schreibt: Man geht davon aus, dass weniger als ein Prozent der Bevölkerung transsexuell ist. Ich wiederum nenne das sehr fürsorglich.

Aus Köln nichts als schlechte Nachrichten.

Falls kein WU, morgen Weihnachtsessen bei der L., sie bekommt eine Glasmenage in Form zweier Dackel, alle meine Geschenke sind so dieses Jahr. Vermutlich wegen WU.

Dann reichts mir auch wieder mit der Zwischenmenschlichkeit.

Hund hat Verdauungsprobleme. Es schneit. Au revoir.

Fast wie ein Zauberberg #01

IMG_0077

Was willst Du denn da fragt der F. Du bist doch gar nicht krank. Das letzte Mal, ja gut, da schon. Ich sag nix. Denke nur. An Männerschnupfen, an mit dem Hammer auf den Daumen hauen und sowas. Packe weiter. Ob er mich dort hinfährt weiss er noch nicht, ist ja schon sehr mühsam usw. Das erste Mal war ich da bald nach der Diagnose, in einem goldenen Oktober, mit dem Zug, der nicht mal in die Nähe fuhr. Ist ja schliesslich Deutsche Bahn, da muss gespart werden. Rings um die Seen verlassene Bahnhöfe aus Klinker, ohne Scheiben, schwarz bemalt mit schlichten Sinnsprüchen. Statt Zügen gibt es Busse, aber viele sind es nicht, hier wohnt eh keiner mehr. Verspätung. Es regnet dünn in Mecklenburg. Der nächste Bus kommt in zwei Stunden. Ich sitze mit den Kleidern für vier Wochen (die Chronischen bekommen kinderleicht vier Wochen) unter dem zerschlagenen Glasdach und heule, sieht ja keiner.

Und friere. Irgendwo muss es auch hier menschliches Leben geben, tatsächlich. Die Alte Schmiede leuchtet bierreklamenhaft gemütlich in die frühe Dämmerung. Drinnen ich Apfelschorle, und an grosser Tafel eine Sippe, die sich alle Mühe gibt, sämtliche Voruteile in Sekunden zu belegen. Die Alten mit Frisur und Meinung, die Mittleren geschmückt mit martialischen Bildern (auf Haut und Wams), der Kleene in Fraktur und ohne Haare, auch bemalt, und die Kameradin voller Silber im Gesicht, alle einig, friedlich vertieft in ein lautstarkes Gespräch über Neger und Zigeuner. Und was die so verdient haben. Ich fühle das Elend der ganzen Welt und mein eigenes vertausendfacht in dieser traurigen Kaschemme. Warm wird mir nicht. Die Zeit vegeht dennoch und ich schleppe mich und mein Gepäck zurück zur Bushäuschenruine. Und der kommt.

Also, er fährt mich dann dieses Mal, ich weiss ja, dass er immer braucht, sich an solche Gedanken zu gewöhnen, so Expeditionen ins gefährliche Ungewisse mag er gar nicht. Es gibt fast keinen Streit im Auto. Nur nochmal kurz, was ich da will, zur Ruhe kommen sag ich.

Dort ist alles wie gehabt, die Bandscheiben schauen ganz fröhlich aus der Wäsche, die Gehirntumore haben gar keine Haare oder so runde ausrasierte Stellen, wo man durch milimeternachgewachsenen Flaum die Narbe sieht. Die Schlaganfälle sehen grau aus. Und die MSler ziehen gern ein Bein nach oder beide. Ich geh zum See. Es ist Sommer. Ich kenne mich aus. Eigentlich wollte ich ja für Psycho. Zahlt die Kasse aber nicht, da geht nur Neuro. Na gut, Hauptsache wohin.

Auch beim Essen kenne ich mich aus, kann man eigentlich nicht essen. Bisschen von Vegetarisch. Neben mir sitzt Tom, der war Texter in einer tollen Agentur in B. Durchschnittlich noch ein Jahr, mit dieser Art von Tumor. Sein linker Arm ist lahm, hat was abbekommen bei der OP. Einmal stupst er mich versehentlich damit und es dauert einen Moment, bis ich was sage, wir lachen uns halbtot, wir, die Neuros, da braucht das halt alles etwas, er ist ein grosser Kasper und berlinert wundervoll (genau wie der Kommunist, da gibt es grosse Unterschiede). Immer öfter kommt er nicht zum Essen, schliesst sich in sein Zimmer ein. Er wohnt direkt neben mir und ich bilde mir dann ein, dass ich ihn weinen höre.

Die anderen Folgen gibt es hier.

Warum das hier steht: Heute morgen ist mir ein Sack Reis die volle Mistkarre umgefallen. Und ich dachte an die Rehaneurologenfrage, ob die Kraft weniger geworden sei. Die ich beherzt mit nein beantwortete. Hätte aber ja heissen müssen. Hier kann ich’s ja sagen.

Präsent

Für die Optimisten* hier noch ein paar Geschenkideen.
Oder was Freunde, die Freunde der Freunde, Bekannten und deren Bekannte den ganzen Tag so machen:

Die schlagfertige, zauberhafte und begabte Monica Reyes hat statt wie sonst Elektropunk mit ihren beiden Schwestern eine Soloplatte Schmusen gemacht.
Ich verlinke dass jetzt nicht, weil, egal: www.monicareyes.de

Das hier ist vielleicht ein wenig aufwenig in der Beschaffung: Ich (b)in klein. Aber dafür weiss man wie man von hinten aussieht. Vielleicht will man das ja.

Das Bild zum Buch. Wer es sich leisten kann.

Oder was Stoffliches von Rita Zepf.

Eine Schachtel von Frau Hill habe ich mir selbst geschenkt, vor zwei Jahren. Wenn ich gewusst hätte, wie effektiv die ist. Nunja. Christine Hill ist jedenfalls toll. Geht man einfach hin.

Nochmal der Herr Hinrichs. Kann man schon kaufen. Finde ich.
Und von den dort verlinkten Damen und Herren auch.

* Ja, ich höre jetz damit auf.