Uff

Was für ein trostloses Kaff. Einziger, alles überstrahlender Lichtblick: Die leisen Fortschritte der Greisin, die von allen gelobt wird. Von mir auch, allerdings mit Ausmecker zwischendurch, weil sie zu wenig aufsteht, das soll sie doch, nur bisschen (verstehn tu ich es ja).

Hier jedenfalls ist mir wieder eingefallen, wie Deutschland ist. Hatte ich vergessen. Und freue mich, dass ich da leben kann wo ich lebe. Im Wald und ab und zu in der großen dreckigen Stadt. Weit weg von Vor- und Kurgärten, rüschigen Tortencafés, Tütensosse und Gartenzwergen. Von Halbgardinen (heißen die so?), Maultaschen und Filterkaffee, Aquarellauststellungen und Hörgeräteshops. Aber schlimm kann ich das gerade auch nicht finden. Nur hätte ich gerne ein kleines Refugium. Mit Sojachailatte. Ne, quatsch. Mit ordentlichen Kaffee und einer anständigen Zeitung. Ein paar Gesunde sehen. Junge.

Sie macht sich gut. Und ich bin so froh. Ach. Beruhigt noch nicht.

Das ist mein Abendprogramm:
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Hier gibt es den Pulverwein auch in rot und rosa! Und vorallem in kleinen Flaschen. Sehr praktisch.

Und die wenigen Restgedanken sind auf den Philippinen. Und im Jahr 1938. Ach.

22 Gedanken zu „Uff

  1. speedhiking

    Hört sich an wie Bad Wörrishofen, wo ich zum Glück nicht wohne. Aber äußerst gelungene Lichtbildkomposition eines hübschen Abendprogramms! Klingt doch alles ganz gut.

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  2. kid37

    Jaja. Wieder mit Zichte. #Ausmecker

    Erfreuliche Nachrichten also, gut so. Dieser Provinzcharme klingt doch aber nett. Weil ich so selten reise, muß ich für solche Eindrücke immer ins Spiegel-Online-Forum schauen. Sie können das Halgardinige, die Sahnetorten und mit Sahne behelmten Cappuccini ganz direkt studieren. Kann man sich auch selbst wieder neu verorten.

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  3. montez

    Wahrscheinlich ist das überall so, wenn es mit Bad anfängt. Apropos Bad, ich bin wahrlich kein Wellnesstyp: Nach einer halben Stunde Thermalgedöns (muss ja den Gratiseintritt vom Kurpass ausnutzen) sterbe ich vor Langeweile. Und nass wird man auch noch.

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  4. montez

    He Mister: Sieben Zigaretten in neun Tagen, das geht ja wohl!
    Muss doch manchmal die flatternden Nerven beruhigen.

    Ich kann so skuriles Zeug ja eigentlich auch gut leiden, nur mal zwischendurch ein bisschen Hübschigkeit einatmen, das wär schon was. Aber bin sowieso schon auf dem Heimweg, Wäsche waschen. Und kurz ausruhen. Und über den Hund streichen.

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  5. tikerscherk (Gast)

    Sie machen alles richtig! Rauchen, trinken, hoffen!
    Und die Greisin ist auf dem richtigen Weg.
    ich freue mich sehr für Sie beide. Sehr!
    Herzliche Grüße aus der dreckigen Stadt!

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