Zweibeiner

Um noch etwas mehr Vöglein zu sehen, hab ich jetzt mal einen richtigen Stadturlaub gemacht. Unter dem Meeresspiegel sozusagen.

Die waren auch da:

DSC_0623
DSC_0662
Austernfischer

DSC_0644
Haubentaucher

DSC_0198DSC_0199
Eine Teichralle?

DSC_0620
Und ein Kiebitz!

DSC_0103
Überall: Nilgänse. Hier beim Hochzeitstanz.

DSC_0069
Die auch, na klar. Mag ich nicht leiden. Die Krachmacher.

DSC_0067
Gibt’s die bei uns auch in der Stadt? In Rotterdam jedenfalls.

DSC_0450 DSC_0428
Meine Freunde in der Albert Cuypstraat. Sehr zuverlässig.

DSC_0367
Die Maasvlakte hat die zu bieten.

DSC_0204
Hupfdohlen überall. Wie schön!

DSC_0184
Und die vornehmen schwarzen natürlich.

DSC_0537
Insekten und andere wilde Tiere habe ich praktisch nicht gesehen. Wen wunderts. Ist bestimmt alles voller Pestizide. Und dass Kiebitze und Feldlerchen in Tulpenfeldern brüten, würde ich auch nicht glauben, wenn ich die nicht mit eigenen Ohren gehört hätte. Und gesehen. Dies hier ist die einzige Hummel im Keukenhof gewesen. Kein Schmetterling, keine Biene. Dafür jede Menge Japaner.

Die andern Millionen Fotos, die ohne Tiere, sortiere ich gerade und schmeiss sie dann zu Pic*sa. Ich geb bescheid.

28 Gedanken zu „Zweibeiner

      1. montez Artikelautor

        Seit ich auf meinem Berliner Balkon aus nächster Nähe ein Amselkindermassaker mitbekommen habe, hat meine Liebe zu den Elstern ein großes Loch. Hier ist auch ein Reiher am Weiher beschäftigt. Aber er ist sehr scheu. In Amsterdam stehen die auf dem Dach vom Fischstand auf dem Albert Cuypmarkt. Mitten im Trubel. Das finde ich schon beeindruckend.

        Antworten
        1. arboretum

          Einen Fischmarkt haben wir hier nicht. Ich sehe aber öfter Bussarde, die auf großen Verkehrsschildern auf Essen unter Rädern warten. Ein Milan zieht auch häufiger einmal über der großen Kreuzung an der Bushaltestelle seine Kreise, aber ich glaube, der hängt da nur in der Luft ab.

        2. montez Artikelautor

          Ja, die habe sich ganz gut eingerichtet. Schön ist das. Die Raubvögel, na klar Mörder, sind ein so erhabener Anblick. Ich bin auch unermüdlich begeistert von deren Flugkünsten.

        1. tikerscherk

          Ne, das kann WordPress nicht.

          Das Amselkindermassaker ist natürlich furchtbar. Ich bevorzuge es, wenn das Gemetzel in Schlachthäusern stattfinden und eingedost werden, so dass ich sie Hund und Katz und Igel und Elster vorsetzen kann.
          Auf dem Acker an der Stallschreiberstraße musste ich mal erleben wie Krähen einen Spatz hinrichteten. Das hat meine Liebe zu ihnen vorübergehend beeinträchtigt.

          Am Besten sind Tauben. Vegetarier durch und durch und alles in allem ruhige und freundliche Tiere, schön obendrein.

        2. montez Artikelautor

          Ich bin hier ja quasi täglich mit den Überbleibseln von Hinrichtungen konfrontiert. Erst heute morgen habe ich wieder eine halbe Kohlmeise aus der Küche entfernt. Danach ich den Kater mit Kieseln beworfen, als er neben dem Nistkasten im Baum sass (nicht getroffen, er kam trotzdem runter). Mir ist auch lieber, wenn das nicht direkt vor meinen Augen passiert.

          *Taubenfreundin*

      1. arboretum

        Elstern haben mir noch nie den Schlaf geraubt, aber Tauben. Und wie. Derzeit ist es aber meistens eine sehr große, laute Amsel, gefolgt von einer sehr lauten, nimmermüden Kohlmeise. Die Spatzen sind auch nicht ohne, aber die warten, bis es hell ist.

        Antworten
        1. schneck

          Ach, die Natur. Mir rauben Elstern ja regelmäßig den Mittagschlaf und so manche Kommunikation, zudem div. Garten- und Wiesenmassaker und auch meinen Überdiejahre-Eindruck, dass sie andere – eben die Leiseren, die Feineren… – verdrängen. Aber hier ist ja auch nicht Stadt, sondern Komplettpampa hinterm Haus. Allerdings, wer wäre ich, dass ich mich aufspielen würde zu einer gesamtbiologischen Wertung. Auch die ach so süßen Blesshühner sind schließlich brutale Nesträuber (eröffnete mir neulich jemand, die gerade den Jagdschein macht). Ganz subjektiv stört mich am meisten an Elstern: Dass sie so verdammt schön sind und elegant in ihren Bewegungen und gleichzeitig eine so nicht nur irgendwie hässliche Sprache haben. Da kann man natürlich viel drüber nachdenken und Parallelen zur Realwelt ziehen, trivialallegorisch. Interessant wäre dazu vielleicht eine Umfrage unter anderen heimischen Vögeln, wie die das sehen mit den Elstern. Da würden sich möglicherweise vogelsoziologisch ungeahnte Ergebnisse ergeben. /Am blödesten aber immer: Die Amselmännchen. Wenn die wach sind, dann meinen die, alle anderen müssten dann logischerweise auch wach werden. Da könnte Schöpfung noch nachbessern.

        2. arboretum

          @ tikerscherk: Tauben haben mir schon mehrfach meine Stiefmütterchen massakriert plattgesessen. Ende März sah ich, dass der ein oder andere Star anfing, an deren Blüten zu rupfen, seitdem habe ich ein Windrädchen im Balkonkasten.

        3. tikerscherk

          @arboretum

          Das stimmt, laut können sie sein, die Tauben. Aber ich mag ihren tönernen Ruf, das sanfte Gegurre und das Sirren ihrer Federn. Den schrägen Zweiton-Gesang der Meisen liebe ich sowieso, und die Amseln flöten so herzallerliebst.
          Freunde von mir lebten eine Weile direkt am Main. Ab dem frühen Morgen zankten sich dort die Enten mit den Blässhühnern und zeterten mit ihren durchdringenden Trompetenstimmen, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war. Obwohl ich auch Enten (wie eigentlich alle Vögel) gerne mag, hab ich das erste Mal verstanden, wie man über Vogellärm klagen kann.

          Ganz besonders freue ich mich schon wieder über die Mauersegler, deren Ruf und Wirkung auf die Seele Sie vor langer Zeit so wunderschön beschrieben haben.

        4. montez Artikelautor

          @arboretum: Alle anderen Vögel stören mich nicht. Ist ja aber auch das einzige Geräusch hier am Morgen.
          In Kreuzberg steh ich aufrecht früh immer im Bett vor lauter Müllabfuhr, Autogehupe und Pflasterstein.

          @Schneck: Ja, das scheint mir eine gute Erklärung. Geht mir bei Menschen auch so mit den ollen Stimmen und der ollen Sprache. Kann im übrigen auch manchmal nicht erklären, warum ich den einen lieber mag als den anderen, obwohl beide ihre Fehler haben.

          Wir haben hier überhaupt keine Elstern, was mich freut. Krähen aber, die bringen natürlich auch Zank. Aber wie sie zauberhaft sie mit ihren Kindern umgehen, zumindest soweit ich das beobachtet habe. Wie lustig sie sind. Wie verspielt. Elstern kommen mir sehr ensthaft, aggresiv und zielgerichtet vor. Alles idiotische Zuschreibungen, na klar.

          Blesshühner sind Nesträuber? Wen rauben DIE denn aus? Und, das sieht man denen doch an, dass die was im Schilde führen!

          *Amselfreundin*

          @tikerscherk: Ich mag die Tauben auch. Vermutlich schon deshalb, weil so viel auf ihnen rumghackt wird, obwohl sie ausser zu kacken, keinem was tun. Ich bin auch immer irritiert über diesen anerzogenen Ekel, ich finde, sie sind sehr schön anzusehen. Völlig uneklig. Ist auch noch keinem gelungen, zu beweisen, dass sie jemals eine Krankheit auf einen Menschen übertragen haben …

        5. arboretum

          Ich mag die Vögel und ihre Stimmen alle, bin aber heilfroh, dass wir Sommerzeit haben. Sonst wäre es ja erst fünf Uhr, wenn die kleinen Sänger loslegen – im Sommer vier Uhr – und um die Zeit brauche ich echt noch nicht aufstehen.

          Die Türkentauben tröten ja eher wie mit einer Mundharmonika, aber die anderen legen eine penetrante Ausdauer beim Gurren an den Tag. Hübsch sind sie schon, die Tauben, egal ob Ringel- oder Türkentauben, und sie tun mir auch oft leid, weil die meisten Menschen sie nicht mögen. Trotzdem fand ich es nicht so schön, wie sie im Winter meinen Balkon in Beschlag nahmen und meine kleineren gefiederten Freunde vertrieben und ihnen fast alles weggefuttert haben.

          Es gibt hier übrigens eine Amsel, die könnte glatt als Rabenkrähe durchgehen, so groß ist die. Müsste sich nur den Schnabel schwarz färben. Vorgestern sah ich auch einen Buntspecht im noch recht kahlen Nussbaum. Ich wusste, dass es hier mindestens einen geben muss, denn ich fand vor Jahren schon eine Feder von ihm, aber gesehen hatte ich ihn noch nie. Ich hoffe, irgendwann auch einmal eine Elsterfeder zu finden, die schillern so schön.

        6. montez Artikelautor

          @Arboretum: Das Vogelzwitschern weckt mich nicht mehr (und ich wache ohnehin sehr früh auf). Ich kenne das aber noch von früher. Stimmt ja.
          Tauben auf dem Balkon mochte ich auch nicht so sehr.

  1. Clara

    ‚Die‘, wenn ‚die‘ Ringeltauben sind, gibt’s auch bei uns in der großen Stadt, letztes Jahr wollten sie sogar auf meinen Küchenfenstersims nisten (ruckedigu), das war ihnen dann aber wohl doch zu unruhig – immer diese Menschen in der Küche, tsts.

    Antworten
    1. montez Artikelautor

      Ja, genau, hier haben die sich immer ganz verlegen und so. In Berlin hab ich, glaub ich, nie welche gesehen.

      Antworten
  2. tikerscherk

    nochmal @ arboretum:

    da meine Katzen längst alles plattgesessen und zerstört haben, woran mein Herz hing, dürfen die Vögel jetzt alles. Ich freue mich, wenn sie auf meiner Terrasse rumturnen und singen und den Felinen hinter der Glasscheibe ein Theaterstück spielen.

    @schneck
    sehr interessante Betrachtungen! Eine Bekannte von mir ist wie die Elster: schön und von lauter, unangenehmer Stimme. Gerade dieser Kontrast ist so apart, finde ich. Bin einfach durch und durch Stadtmensch und verkläre alles, was nach Natur aussieht (ausgenommen Spinnen und Maden).

    Antworten
      1. arboretum

        @ tikerscherk: Für Katzen wäre mein Balkon viel zu gefährlich. Ich habe einmal mitbekommen, wie der orangefarbene Kater meiner damaligen Nachbarinnen auf deren Dachterrasse mit etwas zu viel Schwung auf die breite Brüstung gesprungen und mitsamt Blumentopf auf der anderen Seite heruntergesegelt ist. Unendliche Male ging es gut, dieses eine Mal nicht. Das arme Tier hat es zum Glück überlebt, versteckte sich aber vor Schreck fast einen Tag hinter einem Busch unten in deren Hof. Danach ließ sich der Kater nie mehr auf der Dachterrasse blicken, ich sah fortan nur noch die schwarze Katze. Mein Balkon liegt aber weitaus höher, das wäre tödlich.
        Erstaunlich, dass sich die Vögel trotz der Katzen auf Ihren Balkon wagen.

        Antworten
        1. tikerscherk

          @arboretum

          Ich füttere die Vögel den ganzen Winter über. Deswegen kommen sie zu mir. Zwischen 10 h morgens und 17 h dürfen die Katzen dann nicht raus, damit sie die Vögel und Mäuse nicht stören.
          Die wissen übrigens ganz genau, wann sie sicher sind und lassen sich auch nicht beunruhigen, wenn die Katzen von innen gegen die Terrassentüre springen.

          Wenn ich mal eine Elsterfeder finde, können Sie sie gerne haben. Hier liegen immer mal welche rum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.