Von hier nach da

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Wenn ich gewusst hätte, dass pünktlich nach zwei Jahren das Mobilding verreckt, hatte ich vermutlich keine neue Kamera gekauft. Nun ist es aber so. Ich schaffe dieses Obstgedöns mit großem Widerwillen an. Aus reiner Faulheit. Alles, wofür diese Firma mal stand, ach naja, ist ja egal … Immerhin stöpselt man den Kram ein und alles ist da. Wie vorher. Das lass ich mir halt was kosten. So gesehen.

Geduld geübt. Ein bisschen. Carpediemyolo, verstehste. Bein ist brav.

Und jetzt das Graue mit Reiseplänen erleuchten:
April: Rotterdam, Keukenhof, Amsterdam. Juhu! Hey JJ!
Mai: Wir machen echt Brigitte. Mit dem Bulli durch Wales, vor Jahren beim Zahnarzt gelesen. Rausgerissen. Nicht vergessen. Eine etwas andere Route (Frau Wiesel gibt nützliche Hinweise). Harmony (hoffentlich hilft’s) ist schon gebucht , Flug auch und eine Nacht in Bristol (AirnBpremiere). Hab einen Campingführer gekauft. Krass.  Ick freu mir so.

Den Rest des Jahres Gemüsegarten.
Das muss doch zu schaffen sein.

Trägt mich durch den Schmuddel. Und hilft ein bisschen gegen Kloss im Hals.

Morgen früh:

Integrationskurssprachtest
Unterstützerversammlung (Fragen über Fragen)

Im Moment denke ich aus naheliegenden Gründen viel über Flucht nach. Das kleine Mädchen bekommt grosse Angst, wenn es einen Mann in Uniform sieht. Hat Dinge erlebt, die kein Mensch, und schon gar kein Kind, erleben sollte. Aber es wird besser, sagt Esraa. Wenn ich fliehen müsste. Dinge zurückzulassen finde ich, zumindest theoretisch, nicht schlimm. Flucht mit einer gebrechlichen alten Frau, wie sollte das gehen. Und die Tiere. Das bricht mir schon in der Theorie das Herz. Hoffentlich müssen wir nie fliehen.

Lost Boyz

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Einer von diesen Mitbewohnerinnenfilmhochschulkommilitonen. Aus Neuseeland. Ist ja ein Dorf da. Ich werde nie vergessen, wie er fast täglich in B. in unserer Küche sass und alles bekritzelte, was da rumlag. Zigarettenschachteln, Briefumschläge, Kassenzettel, den Tisch. Er war der lustigste und schönste von der riesigen Neuseelandposse. Daheim ein Soapstar, angeblich. Wenn er da rumsass, rauchte, witzelte und kritzelte, verschlug es mir immer völlig die Sprache. Ich sass auch da, rauchte, starrte und himmelte stumm diesen wundervollen, lustigen, freundlichen Mann an.

Einmal war die Neuseeländische Freundin nicht da, als er auftauchte. Ich kochte einen Tee. Wir tranken Tee, er fletzte lässig im Sessel und ich murmelte Sachen in meinen Bart. Vermutlich hat mein Kopf rot und laut im dämmrigen Zimmer geleuchtet. Ich kann mich eigentlich nicht erinnern, dass ich jemals in der Lage war, mit ihm ein normales Gespräch zu führen. Nachts träumte ich von ihm. In meinen Träumen war ich schlagfertig und hinreissend.

So absolut voll bescheuert kann er mich nicht gefunden haben, denn bevor er heimkehrte auf die andere Seite der Weltkugel, schenkte er mir ein Bild, dass er für mich gemalt hatte. Mit Widmung. Vor kurzem bin ich ihm im Internet begegnet. Er hat das Drehbuch für den neuen Disney-Film geschrieben. Dann hab ich gegugelt und bei der Krake ist er auch.

Zuletzt hat er also What we do in te shadows gedreht, in Deutschland unter dem bescheuerten Namen Fünf Zimmer Küche Sarg erschienen und vermutlich nur ziemlich kurz im Kino. Hier in der Provinz jedenfalls gar nicht.

Da isser (ja, das geht uns nix an, lustig ist es trotzdem):


(keine Ahnung warum das Play da nicht weggeht). Hübscher, mit Vollbild und so ist es hier. Und das Sicherheitsvideo für Air New Zealand hat er auch gemacht.

Ruhm, Ehre, Reichtum. Wie ich ihm das gönne! Von ganzem Herzen.
Made my Sunday.

Mit und ohne Kopf

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Ich denke, ich werde dem jungen Mann Schautafeln mit Abbildungen erstellen.
Anders wird das ja nix. Jeden Morgen gibt es neue Opfer.

Da steht dann:

KEINE VÖGEL FANGEN!

Falls doch, bitte Kohl-, notfalls Blaumeisen, keinesfalls Kleiber, Rotkehlechen, Hauben-, Schwanz, Wald- oder Sumpfmeisen, Zaunkönige, Goldammern, Dompfaffen, Kernbeisser oder Amseln. Drosseln, Finken, Stare usw. Feldlerchen. Krähen. Raben. Eichelhäher. Rotmilane. Fischreiher. Adler.

Falls es doch passiert, bitte wenigstens ganz essen und nicht nur den Kopp abbeissen und den Rest unter der Küchenbank liegen lassen. Es sollte aber nicht passieren.

Gleichfalls:

Bitte nur Wühl- und Hausmäuse, keine Feld-, Hasel-, Wald- und Spitzmäuse. Keine Bilche, Maulwürfe, Eichhörnchen und Siebenschläfer. Feldhamster.

Keine Fledermäuse. Blindschleichen. Eidechsen. Frösche, Kröten, Unken und Molche.

VERDAMMT NOCHMAL!

Als ich vorgestern das kleinste meiner funkelnagelneuen Kinder in den Kiga gebracht habe sagt die Kindergärtnerin zu mir:

Ach, kennen wir uns nich?
Ja, ich hab ne Weile mit Deinem Mann geschlafen. Aber das war vor der Hochzeit. Also so gut wie.

Hab ich dann doch nicht gesagt, wär ja ein blöder Anfang gewesen.
Muss da ja nun öfter hin.

Der F. hat in einem handschriftlichen Brief mitgeteilt, dass er im April Vater einer Tochter wird. Der Brief war sehr nett. Ich habe das jetzt eine Weile geübt und nun schreibe ich es hierhin: Ich habe diesen Mann irrsinnig geliebt. Er hat mich sehr verletzt und sich unzählige Male dafür entschuldigt. Ich denke, ich kann das demnächst mal gut sein lassen. Zurückschreiben will ich trotzdem nicht. Seit Jahren habe ich mir diesen Moment  ausgemalt. Und jetzt: Ja. Sehr eigenartig. Aber nicht so schlimm.

Insgesamt: Schwere Zeiten. Um mich herum wird viel verrückt geworden. Ich vergrab die Hand in Trotzkis Fell. Irgendwann kommt die Sonne wieder raus.

 

Krakeelen

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Befremdet über die Einträge bei der Datenkrake, befremdet über manch ein Blog, das ich lange lese (und das hat gar nix mit Paris zu tun), jetzt neu befremdet über den Eifer, mit dem man Charlie oder eben NICHT Charlie ist (einnert mich an die Eiskübel). Befremdet über die Verwandschaft und ihre lauten und abwegigen Thesen. Mal wieder über die vielen Meinungen überhaupt. Und über das stetige Bedürfnis, lauthals und ohne Unterlass den anderen mitzuteilen, dass sie im Unrecht sind. Befremdet über mein dauerndes Befremdetsein. Ich fühle ich zu fast allem fremd, ich habe ständig eine ander Meinung (so wie alle anderen) und ich übe wieder mal Maul halten. Das befremdet mich, den ich hab einige Jahre Maul aufreissen geübt. Ob Charlie Hebdo vielleicht eine rassistische und sexistische Zeitschrift ist. Ob das Abendland bedroht ist. Die Meinungsfreiheit. Ich zucke mit den Schultern und murmle keine Ahnung. Die einen sagen so, die anderen sagen so. Ich fühle ein großes Unglück darüber, wie die Welt ist, aber es fällt mir wenig ein, was ich tun könnte. Das, was mir einfällt, versuche ich.

Hier: Gestrichen.

Ich stell das jetzt mal hier rein. Damit hier mal wieder was steht. Meine Meinung.

Grasschneeberge

Dafür, dass ich die Berge eigentlich nicht leiden kann, bin ich doch ganz schön oft da. Und am liebsten im Bregenzer Wald, wie ich bereits erwähnte. Weniger wegen der Berge sondern wegen der schönen alten Häuser, die gehütet und genutzt werden und wegen der superen modernen Architektur, für die ich mich unermüdlich begeistere (ohne sie je zu fotografieren …).
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Fotografieren tu ich dann die alte. Die ist genauso toll.

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Meine Tierbeobachtungen waren leider wieder bescheiden, sogar ein paar mehr Bergdohlen hätte ich gut vertragen können. Oder endlich einen Kolkraben.

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Immerhin habe ich ein Ei gefunden.

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Und raten Sie, was drin war: Eine beeindruckende Akustik. Und ein bisschen schmutziges Schmelzwasser. Superei.

Europa

Und Litauen wünsche ich viel Glück mit dem Euro. Hoffentlich klappt das alles. Ich mochte/mag es sehr. Ist Litauen vermutlich wurscht. Trotzdem.