Liebe, Sex und Zärtlichkeit

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Heute im Wald: Links Esche und Buche, verschmelzend. Das rechts ist ein großes Zweiblatt*, scheint mir. Oder so. Eine wilde Orchidee, ist das nicht großartig? HA!

Ach übrigens, bis zum Wochenende müssen Sie dieses Botanikgequatsche noch aushalten. Aber am Montag fliege ich mit Mme Crabé nach Lisboa. Dann gibts Staub und Fado. Versprochen.

*Wer sich diese Namen immer ausdenkt. Einbeere, Zweiblatt. Ts.

Am Wegesrand

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Eigentlich hatte ich eine sehr lange und komplizierte Abhandlung darüber geschrieben, wie ich unfreiwillig an diese wunderbaren schottischen Gummistiefel geriet. Die wurde wegen völliger Belanglosigkeit gestrichen. Stattdessen nehm‘ ich Sie mal wieder auf meine Morgenrunde mit (die letzten Male hier und hier, schon eine Weile her).

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Vor der Tür geheimnisvolle verschlüsselte Botschaften (die ich natürlich genau verstehe). Kommen wir noch dazu.

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Die ist neu. Also im zweiten Jahr. Bin sehr zufrieden.

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Die sind auch ziemlich neu. Die Schnecken sind sehr zufrieden.

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Ja. Das müsste dann noch einer aufschichten. Der Trotzki wirds nicht sein.

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Wenn es nicht regnete, würde hier eine Rast gemacht. Schöne Tischdecke, oder?

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Der Blick wäre dieser.

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Die wohnen schon seit 80 Jahren hier.

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Und zwei der Türkenbunde (Türkenbündler?) werden blühen.

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Die Gämswurz macht das schon. Schön.

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Das ist übrigens die schwarze Grote. Leider kann ich nicht drüber sprechen, was ich dort fand. Leider leider.

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Und diese Person hat Hunger. (Man beachte den Rotzlöffel links hinten)

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Die Seerose hat den Winter überstanden.

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Und die warten, dass die Eisheiligen endlich rum sind. Ich auch, verdammt.

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Im ortsansässigen Museum war ich zwischendurch auch noch.

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Alles da. Auch in der Provinz.

Alte Buchstaben

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Samstag habe ich Post bekommen, 214 Seiten ausgedrucktes gemeinschaftliches Insnetzschreiben, 13 Jahre alt. Ich habe jetzt bis S. 74 gelesen und: Wie jung wir waren. Wie albern, ernst, oberflächlich, boshaft, maßlos, nachdenklich, brutal, redselig und ungestüm. Was für ein Dokument.

Und was bin ich für eine betuliche Trutschelkuh geworden. Mit Rilke und so.

Will dir den Frühling zeigen

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Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten –
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke

Gut essen ohne Foto

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Gestern haben wir unser 35-Jähriges gefeiert.

Dazu die beste Freundin:

Ziegentaler vom Höchsten mit orientalischen Aromen, Humus von grünen Erbsen mit Orangen-Arganölemulsion
~
Stielkotelett vom Egelseer Landschwein grüner Ofenspargel mit Serrano-Schinken, Mandeln und Schalenkartoffeln

und ich:

Ravioli vom Sipplinger Lamm mit Ruccola, Chorizo und Pinienkernen
~
Bodensee Eglifilet auf Auberginen-Kichererbsencreme, dazu Paellanage und Olivenknöpfle

mit einem feinen trockenen weissen Wein vom Weinberg nebenan.
Lustig, köstlich, kurzweilig, angeregt, lang und voller Liebe (es gab schlechtere Zeiten).

Und heute FETTE Kopfschmerzen. Dennoch rasch in die Schweiz und auf die Reichenau, der Mensch braucht ja Gemüsesetzlinge. Jetz muss sie nur noch jemand setzen. Und ich geh pennen.

Und dann gibt’s hier erst mal kein Grünzeugcontent mehr. Möglicherweise.

Wem ich heute morgen begegnet bin

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auf dem Rundgang. V.l.n.r.v.o.n.u.

Einbeere (Paris quadrifolia)
Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
Frauenmantel (Alchemilla)
Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)
Aronstab (Arum)
Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
Echter Baldrian (Valeriana officinalis)
Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)

unter anderem. Von denen mit Beinen mal ganz abgesehen.
Meine Schützlinge. Keine tollen Raritäten, aber schön, wa gell?

Altersweisheiten

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© Ulrike Fritsch: Zwei geräucherte Fische auf rotem Teppich

Manchmal komme ich für einen Moment auf die Idee, ich sei viel vernünftiger und weiser als vor 25 Jahren. Dann behaupte ich vernehmlich, ginge ich heutzutage zur Schule, ich würde mit unendlicher Begeisterung, Engangement und Fleiss dieses großartige kostenlose Angebot zur Bildung wahrnehmen. Denn inzwischen weiss ich ja: Lernen ist toll. Hat man was fürs Leben.

Und nu rate mal, wann ich üblicherweise meine Italienischhausaufgaben mache? Ja, genau, zwei Stunden vor Kursbeginn (Kurs=teuer). Dass ich sie nicht von der L. abschreibe, ist eigentlich der einzige Unterschied zu früher. Und wenn ich nicht französisch parlieren könnte wie verrückt, dann wäre ich auch noch vokabelmäßig voll aufgeschmissen.

Das Bild steht in keinerlei inhaltlichen Zusammenhang zu dieser Information.

Obstgehölz

Seit ein paar Tagen haben wir einen bayrischen Mitbewohner. Ich quatsch‘ ihn beim Morgenrundgang immer rustikal in fehlerhaftem Dialekt an (Pfüati und Servus und so), er lächelt nachsichtig und konzentriert sich weiter aufs Blühen.

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Am Samstag ist die K. mit Mann, Baum und Pfosten angereist, der Mann grub, die Damen gaben gute Ratschläge (das Bild ist gestellt) und schlussendlich stiessen alle vor Ort mit Pflümli auf die zu erwartenden opulenten Ernten an.

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Die da bestünden bestehen werden aus: Hauszwetschge, Ringelotte, Mirabelle und zwei anderen Zwetschgenensorten (vergessen), alles an einem Baum. Wenn das mal gut geht. Steht auch beim Obstbau im Vordergrund, der Leistungsgedanke, heutzutage.

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War übrigens das Präsent zum runden Geburtstag. Jetzt soll ich die Baumbank für die baldige Rente besorgen, das sind mir ja die Lieblingsgeschenke. Ts.

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Und Schätze wurden auch ausgegraben. Römisch und Eisenzeit. Mit dem Erlös werde ich die Baumbank finanzieren.