Edit: Es geht doch um mich

Weil wohl Missverständnisse aufkamen: Ich hatte schon lange keine Angst mehr vor einem Mann Ich habe inzwischen Angst vor Handwerkern, die mich weder ernst nehmen noch sich Mühe geben, wenn sie für mich was machen (gegen Geld!), und wenn ich sie auf ihren Pfusch hinweise, anfangen mich anzuschreien, ich hätte ja sowieso keine Ahnung (so als Frau). Kommen Sie bloss nicht auf die Idee, so als Frau allein ein Haus zu bauen, wenn Sie keine Lust auf aggressive Klugscheissereien und Belehrungen haben.

Falls mal zufällig ein befreundeter Mann neben Ihnen steht, wird ausschliesslich dieser angesprochen und löst große Erleichterung aus (endlich ein Gesprächspartner), auch wenn der sich nur mit der amerikanischen Aussenpolitik auskennt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Zwei.

Das was ich unten beschrieben habe, ist Jahre her. Aber mir sind sehr viele unangenehm bis bedrohliche Situationen eingefallen, die stattfanden als ich eine sehr junge Frau war, in denen ich mich hilf- und sprachlos fühlte. Und warum sollte es den jungen Hühnern heute anders gehen? Und warum sollte man das als normal hinnehmen müssen?

Sehr gut finde ich dazu den Text von Käthe Feinstrick.

Aus heutiger Sicht kann ich jedem Backfisch nur mitgeben, dass ein beherztes Verpiss Dich, Arschloch meist wahre Wunder wirkt. Kann ich inzwischen in mehreren Sprachen. Ich verreise ja gerne, alleine.

Und ich habe noch ein altes Textfragment parat zum Thema:
Spürt feuchten Atem in ihrem Genick, warme gerbrauchte U-Bahnluft. Dann erwartunsgemäss die fremde Hand wie zufällig an ihrem Hintern, lässt sie nicht zusammenzucken, nur vorsichtig ausholen. Rammt den Pfennigabsatz zwischen zwei Mittelfussknochen. Hässliches Geräusch. Kannste haben Herzblatt.
So wehrlos warse also doch nicht, die kleine Montez.
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18 Gedanken zu „Edit: Es geht doch um mich

  1. bonanzaMARGOT

    ich stelle mir grad vor, dass ich als mann von einer frau blöd angemacht würde, was natürlich höchstens im internet vorkommt und nicht in freier wildbahn – und ich entgegnete der frau: „verpiss dich, arschloch!“

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  2. montez

    Das kommt auf die Anmache an. Eigentlich wird das auch eher beim Verfolgen, Fuss in die Tür stellen, an verschiedene Körperteile fassen angewendet. Das liegt ja eigentlich auf der Hand?

    Wenn jemand freundlich ist, bekommt er eine freundliche Abfuhr, oder nicht mal das, vielleicht ist er ja nett?

    Wer sich wie Arschloch benimmt, wird so genannt.

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  3. bonanzaMARGOT

    logisch. mal ist frau das schwächere geschlecht, und mal nicht. bin ganz durcheinander von dem hin und her.

    es ist nicht so, dass mir noch keine frau an den arsch gefasst hätte.
    gefällt mir auch nicht immer – je nach situation. und frauen können sicher genauso fies stalker sein wie männer.

    wer entscheidet, ab wann man sich wie ein arschloch benimmt? die frau?
    womöglich ist die selbst ein arschloch. jessas.

    ich mag solch geschlechtsspezifisches aufbauen von kontrasten nicht.
    irgendwie endet es immer in pauschalisierungen.
    es gibt fiese frauen, und es gibt fiese männer. und es gibt sogar männer, die psychisch, geistig und physisch einer frau unterlegen sind. gar nicht wenige.
    (äh – nein, ich nicht!!!!)

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  4. bonanzaMARGOT

    ich mag`s halt lieber, wenn man ungerechtigkeiten übergeschlechtlich / allgemein beurteilt und angeht. manche menschen, meine ich, machen es sich zu einfach, wenn sie in der hauptsache als frau oder als behinderter oder als farbiger etc. argumentieren. es fördert exponierte stellungen z.b. von intelligenten frauen, die ausnutzen, dass sie gleichzeitig noch als das schwache geschlecht angesehen werden, aber es definitiv nicht mehr sind – zumindest im westlichen kulturkreis.
    natürlich gibt es ekelhafte machos, die meinen, dass sie jede frau besitzen können. aber man sollte das nicht zu einer frage der geschlechtlichkeit stilisieren. es ist eine frage der kultur, in welcher die menschen aufwachsen; und manchmal ist`s eine charakterliche sache individuellen geschlechtsübergreifenden arschlochseins.

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  5. Sturznest

    Ja, es ist schon verdammt schwer kein Arschloch zu sein, weil man es nicht ist, gilt man als Schwächlinge und Shwächlinge mag keiner gerne sein.
    Da gibt es im Film „Die Farbe lila“ eine Szene, in der ein Mann die nichtfreiwillige Frau eines Mannes fragt, was er denn mit seiner widerspenstigen Frau tun soll und sie antwortet, „schlag sie.“
    Das ist dass was dem Opfer einfällt, denn sie selber wurde geschlagen, aber es ist auch dass was man mitbekommt, wenn man nichts anderes kennt
    Erst wenn man einmal die Chance hat über den Tellerand zu sehen, wird es anders.
    Ich hatte das Glück es mit Feministinnen zu tun zu haben, die sehr viel lebendiger waren, viel mehr Fröhlichkeit ausstrahlten, als jene, die glaubten, es gäbe nur diese patrichale Welt und alles andere wäre nur großer Mist.

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  6. bonanzaMARGOT

    ich hatte nur das glück, als mann geboren worden zu sein. wenn man das als glück bezeichnen soll. ansonsten hatte ich kein besonderes glück – weder mit meiner mutter noch mit meinem vater.
    später dann wenigstens teilweise glück mit meinen lieben.
    ausgesprochene feministinnen lernte ich nie kennen. ich war, seit ich denken kann, für die gleichstellung aller menschen unabhängig von geschlecht, hautfarbe und herkunft.
    verkürzt gesagt.
    ich zitiere mal eine zeile aus einem schwoißfuaß song: „der vogel singt noch im rachen von der katz.“
    frauen müssen, meiner meinung nach, gar nicht so sehr gegen die männergesellschaft kämpfen – sie sollten erst mal die schwarzen schafe in ihren eigenen reihen angehen.
    als heteromann liebe ich die frauen. ich liebe sie, ohne was dagegen machen zu können. scheiß bürde manchmal …

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  7. montez

    Ich finde das nicht so kompliziert. Und nehme sogar an, dass wir uns beim als Arschloch wahrnehmen ziemlich einig sind. Ich empfinde das auch als geschlechtsunspezifisch. Naturgemäß kann ich nicht beurteilen, wie oft ein Mann bedrohlichen Situationen oder sexueller Gewalt ausgesetzt ist. Das mag sicher vorkommen.

    Ich würde nie auf die Idee kommen, einem fremden Mann an den Arsch zu fassen. Und tatsächlich nehme ich die Schwarzeschafhäufung eher bei Männer wahr. Das ist natürlich völlig subjektiv.

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  8. bonanzaMARGOT

    du bist wahrscheinlich auch nie besoffen, montez.

    gewalt sind wir männer sehr oft ausgesetzt. scheinbar `ne testosteron sache. krieg und so was alles.
    frauen und männer, menschen aller rassen und kulturen haben unterschiedliche begabungen und fähigkeiten. das ist nun mal so.
    gleichheit bedeutet nicht gleich sein.
    im steven spielberg film „lincoln“ argumentierte der kongressabgeordnete thaddäus stevens wie folgt: nämlich, dass die menschen vor dem gesetz gleich sein müssen. selbst die arschlöcher unter den menschen – er sagte es anders – müssen vor dem gesetzt gleich gelten.

    es darf niemals um gleichmacherei gehen. es geht um gegenseitigen respekt trotz der unterschiedlichkeiten.

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  9. Sturznest

    kurios dass man immer mit seiner sexuellen Einstellung beginnen muss, ich bin doch auch so ein verfluchter heteroius oder wie das heißt, ganz gleich wie es heißt, ich mag frauen, nein, ich muss es drastischer sagen, ich kann mir nicht vorstellen ohne sie zu leben und das ist in sich so stimmig , dass ich mir mit folgendem lied selber applaudieren muss

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  10. bonanzaMARGOT

    meine sexuelle einstellung ist mehr als eine einstellung. sie ist eine genetische prägung, gegen die ich mich nicht wehren kann. also versuche ich sie lieber als lustgewinn zu sehen – solange ich weibliche ärsche und titten geil finde.

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  11. montez

    Ne, so besoffen kann ich gar nicht sein, dass ich das tun würde.
    Keiner hat was gegen das Anbeten sekundärer und primärer Geschlechtsmerkmale. Auch nicht gegen das Anfassen. Es müssen nur alle Beteiligten einverstanden sein.

    Und zu der Beimännernistdasjauchso-Sache sage ich nichts und empfehle die bei der Kaltmamsell verlinkten Blogs zu lesen. Ich mag jetz auch nicht mehr. Wir werden uns eh nicht einig.

    Herr, Sturznest, Sie machen das ganz gut, mit kein Arschloch sein, soweit ich das beurteilen kann.

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