Mein täglich ich #12

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Das hab ich im Skizzenbuch gefunden, das hatte ich seit September 2013 offenbar nicht angerührt, das ist nämlich eine Klostertür in der Provence. Gestern nachmittag hatte ich es dabei, zum notieren. Weil ich immer die Zettel verliere.

Morgens die Greisin zum Arzt gefahren. Noch mehr Arthrose. Schnell zum Zahnarzt rein gesprungen und ihn zusammengefaltet, weil er die Tochter von E. nicht behandelt hat. Weil sie noch kein Plastikkärtchen hat. Jetzt gehts auf einmal. Einkaufen für Kochunlustige. Und für Tiere. Haare vom Kopp sag ich nur.

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Jede Menge keifige Frauen und Gemotze bei der nachmittäglichen Landratsamtsveranstaltung zum Thema Ehrenamtlichenhilfe für Flüchtlinge. Boa, ist das nicht meine Welt. Ja, ich finde auch, dass die nicht alles richtigmachen, aber im Moment komme hier 100 Menschen im Monat an und alle Unterkünfte sind voll. Der Bund versagt und lässt Länder und Kreise mit einer irrwitzigen Situation alleine. Vorbereitungsklassen mit 40 Schülern, von denen die Hälfte traumatisiert ist. Zwei Schulpsychologen für 2000 Kinder, die sollen das mal mit übernehmen. Sprachkurse, die völlig überfüllt sind. Und dann wird hier über die nicht funktionierende Mülltrennung in den Sammelunterkünften schwadroniert. Hilfe. Der Landrat macht übrigens einen vernünftigen Eindruck. Ist immerhin auch was.

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Dahinter geht friedlich die Sonne unter. Als wär‘ nix.

Zum Abendessen: Gulasch, gekocht von der Nachbarin (Hier, für Euch. Oh, super, Danke. Und Du? Ich hab davon mittaggegessen und heut Abend eine Telefonkonferenz. Du hattest doch gesagt, Du magst grad nicht kochen. ♥♥♥♥♥♥♥♥♥) mit Spätzle und grünem Salat.

5 Gedanken zu „Mein täglich ich #12

  1. Die Toni

    Lassen Sie sich bloß von solchen Veranstaltungen nienicht abschrecken. (Ist hier in der Landeshauptstadt ;-) auch so, wer hat wen wann worüber nicht informiert, und überhaupt werden wir Ehrenamtlichen gar nicht genug über alles informiert, z.B. welche Schränke angeschafft werden UNDSOWEITER).

    Aber: gestern lustigerweise hier auch eine Zahnärztin zusammengefaltet, weil Sie bei einem schlimm entzündeten sechsjährigen syrischen Milchzahn mit viel Eiter einen OP-Termin in sechs Wochen mit Vollnarkose vorgesehen hat (ja, das wird nämlich bezahlt, und dann kann man das Mädchen ja auch mal ein bisschen warten lassen). Und zum Glück habe ich eine unbürokratische Kinderzahnärztinfreundin („das mit den Kosten regeln wir später“) , die den Zahn ohne die unnötige Narkose zog („der musste sofort raus, es war kurz vor einem Abszeß“). Und letzte Nacht hat sie endlich wieder gut geschlafen und heute Nachmittag konnte ich mit Ihr (und …ig anderen) wieder Hausaufgaben machen (und als sie danach noch ein bisschen malte, sang sie vor sich hin „Rot rot rot sind alle meine Kleider…“, und im September war sie noch auf einem Boot vor Lampedusa, aber das hindert ja nicht an der notwendigen Kostenoptimierung einer hiesigen zahnärztlichen Praxis und jetzt höre ich ja schon auf).

    Aber was ich sagen will: lassen Sie sich nicht entmutigen. Ich glaube, das ist schon ein bisschen sinnvoll, was Sie da tun.

    (Leider schläft man nicht mehr so gut…)

    Herzliche Grüße

    Die Toni

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    1. montez Artikelautor

      Der Ibrahim kann schon Karbatsche schnellen (das ist hier im Moment eine der größten Qualifikationen) und alle drei Kinder gehen heute in Kostümen von den Nachbarskindern zur Schule. Das nenne ich Integration. Sowas versöhnt mich immer gleich mit allem …

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  2. Croco

    Tut das gut, auf Menschen zu treffen, die etwas tun, die nicht verzagen, sondern die Welt einfach ein bißchen besser machen. Wunderbar sind Sie, Frau Montez nd Frau Toni.

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