Kategorie-Archiv: Früher war alles besser

Kram

mauer
Jetz mal was ganz anderes. 25 Jahre Wende. War mir mal ein großes Thema, die vielen Jahre in Ostberlin hab ich im Lischke verwurstet (in der Blogroll, Vorsicht, ist mit Schmutz). Andere Zeiten. Ein Artikel, der mir dazu gut gefallen hat, steht da. Und die Bilder dazu hier (Wow!). Wird mir schon ein bisschen schwer ums Herz, war lange ein Zuhause. Verschwunden. Dunkle Strassen ohne Reklame. Alte Leute als Nachbarn. Kohleofen. Clubs, in denen Putz von der Decke fällt. Bars, in die man durch Kellerfenster eingestiegen ist. Leidenschaftlich kontroverse Diskussionen zur Wiedervereinigung. Freiräume. Initiativen. Brachen. Milieuschutz. Kennt noch einer das Wort?

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Und noch was ganz andereres. Vorvorvorgestern war Internationaler Tag des Hundes. Dazu kann ich Ihnen unmöglich David Kemp vorenthalten. Kunst aus Müll, gesammelt an den Küsten von Cornwall. Nachdem nach Hunderten (er schreibt Tausende?) von Jahren die Minen dort stillgelegt wurden, hat er aus den noch knapp vor deren Vernichtung erbeuteten Stiefeln der Minenarbeiter die Tinner Hounds gemacht. Brauch ich gerade. Voll süss. Oder Dings jedenfalls.

Wo nicht reicht des Bauern Kraft …

… Pferd, Ochs oder Dampf es schafft!

Was macht das Landei, wenn es Kultur will? Genau. Es geht ins Traktormuseum. Wie toll das da ist hab ich mir nicht vorgestellt, es gibt nicht nur bildschöne alte Traktoren, sondern auch Environments. Werkzeug. Kram. Fast so toll wie alte Maschinen. Aber sehen Sie selbst.

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Mein alter Freund. Ich werde noch immer wehmütig, wenn er mir irgendwo begegnet. Ich hoffe, er ist wohlauf.

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Würde ich alles nehmen.

Das Patentkind wächst grad rasant aus der Traktorbegeisterung raus. Das sei doch was für Kinder. Aber ein klitzekleines bisschen hat es ihm doch gefallen. Und mir sehr. Also, wenn Sie mal in der Gegend sind.

Ich habe heute ohne Pferd (zu alt), Ochs (davongelaufen) und Dampf (verkauft) zwei Tonnen Kartoffeln geerntet. Und jetzt muss ich bis morgen ruhen.

Ach

Und wieder in die Vonsichaufandereschließenfalle getappt. Nein, ich verstehe das nicht. Sogar gesagt: Nein, ich verstehe das nicht, aber ich respektiere Eure Entscheidung. Sauer trotzdem. Wenn man es genau betrachtet, passt es ins Bild. Scheint aber zudem, als hätte ich gerade eine zutiefst kleinliche Phase. Dünnhäutig. Sorgenvoll. Unruhig.

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Dummes kleines Mädchen. Ich vermisse Dich sehr.

Ruinen und anderes

Guten Morgen, heute gibt es mal wieder eine kleine Liste. Passend zum Wetter.

Da hätten wir einmal Philipp Abresch, inzwischen Korrespondent der ARD, und seine Idee. Es ist sehr toll, was er da immer wieder auf die Beine stellt (hat mein Leben entscheidend beeinflusst. Lange her).

Auch im Westen gibt es jede Menge Elend. Immer noch. Und dessen Spuren.

So. Und wegen nicht genug Jammertal, hier noch ein bisschen Umweltelend. Da kann man nur hoffen, dass der Konsum in seiner jetzigen Form bald endgültig untergeht. Dekorativ bitteschön.

Falls Sie nun etwas Erleichterung suchen, gehen Sie hier zum Essen. Sie werden es nicht bereuen. Und weil Sie ja nach dem wunderbaren Mahl nicht mehr fahren wollen, nehmen Sie sich eines der bezaubernden Zimmer. Sie werden trotz allem traumhaft schlafen.

Was weg muss muss weg

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Ich weiss nicht, wie lange ich schon versuche, mich dagegen abzuhärten. Kaum Fortschritte. Eher gar keine. Es bricht mir das Herz.

Beim anderen Haus angerufen. Noch drei Wochen. Ich glaub, ich nehme nur die Rosen. Und die Hortensien. Und den Lavendel. Ach, wenn nur jemand anderes.

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Beim Rechneraufräumern habe ich einen Link gefunden, den ich mal aufgehoben hatte: Über die Touristische Auferstehung von Calstelfalfi. Interessant fand ich das, weil ich, ganz in der Nähe dieses rätselhaften Dorfes meine ersten Wirsindjungundwildundfahrenmiteinemschönenaltenautodavonurlaube verbracht habe. Drei oder vier. Mit dem Strich-Achter. Damals haben wir uns gefragt, was es mit diesem seltsamen leeren Ort auf sich hat. Erst jetzt, in diesem taz-Artikel findet sich eine Erklärung. Zwei italienische sogenannte Investoren sind bei dessen Umbau zum Luxusresort bereits pleite gegangen, jetzt versuchen es die Deutschen. Wie man auf der Webseite sieht, sind sie jedenfalls noch immer dran.

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits traurig über die Erweckung. Damals gab es dort nur noch wenige Leute, viele Häuser waren von Menschen verlassen und von Eulen bewohnt. Für mein Gefühl die schönste Gegend der Toskana, rauh, karg, leer, mit ein paar lässig hingeworgfenen Pinien auf den dürren Hügeln. Zwischendurch ein verfallenes Haus mit ehemals beeindruckender Zypressenallee. Urlaub, den ich mit einem dreiwöchigen Fabrikjob lässig finanzieren konnte. Niveauschalter für Waschmaschinen. Akkord.

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Andererseits freue ich mich natürlich, dass es da wieder Perspektiven gibt. Arbeit. Geld verdient wird. Und das nicht alles restlos zu Staub zerfällt. Oder nur Schweinemastbetriebe gebaut werden. Davon gibt es nämlich schon sehr viele.

Ich hab dann natürlich noch unsere damaligen Vermieter gegugelt: Eine ganz normale Bauernfamilie. Wenn man durch den bunten Plastikvorhang in die große Küche kam, um den Hausschlüssel in Empfang zu nehmen, wurde man von der Mama an den riesigen Busen gedrückt, es gab eine kurze fröhliche Unterhaltung mit Händen und Füssen und gleichzeitig wurde in einem Topf Sugo gerührt, der auf dem Herd köchelte. In der Ecke über dem Esstisch dudelte der ewige Fernseher.

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Toskanisch pittoresk war damals eigentlich nix ausser der Natür. Die Wohnungen waren mit Übriggebliebenem ausgestattet, die Matratzen alt, manchmal auch bewohnt, die Bettgestelle quietschten. In der Küche das schillernde Bild eines silbernen Pudels neben dem gemauerten Kamin. Aber der selbstgemachte Pecorino. Das Olivenöl. Der Wein. Der war nicht so dolle (aber darum ging es ja auch nicht). Rot noch etwas besser als Weiss. In großen Flaschen mit Plastikgeflecht drumrum, nix Bast. Alles für wenig Geld, einmal übern Hof, und dann mit Armen voll geschenkter Tomaten heim, die allein schon eine Reise wert.

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Wenn man ums Haus streifte, fand man Stachelschweinstacheln. Oder sich Auge in Auge mit einer Schlange, von der man hoffte, dass es keine Viper ist. In jede Richtung ein gemalter Blick. Farben von Umbra bis Siena. Abends Apero in San Gimignano, das man für sich allein hatte, wenn alle Busse abgefahren waren.

Heute gibt es ordentlich eingerichtete Wohnungen, einen eigenen Pool und hübsch verpackte Produkte. Zum Hof gehört ein kleines Restaurant mit cucina casalinga für die Hausgäste. So wie ich mir das für hier auch vorstelle. Nebenan in Castelfalfi kann man ein grundsaniertes Mittelalterappartment für 250.000 € kaufen. Und golfspielen. Ach Gentrifizierung.

AAAAAAAAAAHHHHHHHHHH

Wenn ich heute noch eine Email bekomme, in der zum dritten Mal NICHT steht, was ich präzise in meiner ersten und zweiten Mail fragte bzw. erklärte, dafür erneut Fragen gestellt werden, die ich bereits in meiner ersten bzw. zweiten Mail präzise beantwortet habe und sämtliche mich umgebende Personen (nicht die Greisin) in einem Ausmass unkonzentriert sind und/oder nicht zuhören, werde ich mich den restlichen Tag in meinem Gemüsegarten einschliessen oder einen umbringen. Ich hab auch schon einen Ahnung, wen.

HINHÖREN! HINLESEN!
IST DAS VERDAMMTE SCHEISSE DENN SO SCHWER???

Platt, demnächst

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Hier entstehen Stadt- und Seenahe Eigentumswohnungen. Der alte Krempel muss weichen. Ich hab heut da angerufen und gefragt, ob ich die Rosen und die Haustüre kriegen kann. Kann ich. Alles, was ich will. Immerhin bleibt so ein bisschen. Und wird in Ehren gehalten. Woanders halt.