Aussichten

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Die Typen haben sich auch schon lange nicht mehr blicken lassen.
Das ist ein kurzes Momentchen vorgestern. Vorher und nachher nur Schmodderschlonz.

Gesammelt übrigens ab sofort hier

Noch sieben Tage

Der portugiesische Interimsbewohner hat in der Signatur seiner E-Mail folgenden Ratschlag:

It’s time to start living the life you’ve imagined. Henry James

Na, viel Zeit ist ja nicht mehr.

(Auch für Sie) Gelesen

Süddeutsche: Beim Gemäldeverleihen gibt es meist große Reiberei, da ist ein Museumskurator, der hat einen Studienfreund in Leeds, dem er unbedingt den kleinen Blechen ausleihen muss, dafür bekommt er dann desssen Friedrich, wenn er 2027 die große Romanikerausstellung macht. Sofort grätschen die Restauratoren rein, neinein, der Blechen kann keinesfalls auf Reisen gehen, der ist soo empfindlich, die kleinste Erschütterung usw. Doch. Nein. Doch. Nein. Also was sagt denn der Herr Direktor? Doch. Na gut, dann muss aber ein Restaurator mitreisen. Nein. Doch. Also gut. Zustandsprotokoll, Klimakiste (24 Stunden temperiert), Kunstspedition, parallel zur Fahrtrichtung, Flughafen, rein in den Cargobereich, nein der darf nicht auf den Gabelstapler, ich trage ihn selbst, rein ins Flugzeug, parallel zur Flugrichtung. Dann in GB (Südkorea, Schweden, Kanada, wtf) raus aus dem Flugzeug, dasselbe rückwärts, bis er dann am Nagel hängt. Zustandsprotokoll. Nix passiert, strahlt der Studienfreund. Ojehojeh, wiegt der Restaurator bedenkenvoll sein Haupt, wenn man da genau hinsieht, ojehojeh. Und wenn ich dann das lese. Ojehojeh.

FAZ: Wie viele Tage habe ich auf dem jüdischen Friedhof in Weissensee verbracht, frohe und tränenreiche, allein, zu zweit zu dritt u. zu ganz vielen, mit dem Kind und ohne, habe stundenlang die wundeschönen Namen auf den Grabsteinen studiert (Entenbaum hat den ihren daher), mich verlaufen, den Erdkröten beim Gruppensex zugeschaut, bin erfürchtig in den zerfledderten Mausoleen erstarrt, gemutmaßte Familiengeschichten (von denen sicher viele schrecklich und gänzlich endeten). Ein Wunder, dass es diesen Ort so noch gibt. Nun ängstige ich mich vor der angedrohten (bereits begonnenen) Sanierung. Ojehojeh. Heute Gestern Abend im TV. (Aber es gibt ja Internet?).

Email: Der absolut grossartige Herr Horzon macht nun auch Musik. Mit Peaches.

Freitag: Und vielleicht könnte ich im nächsten Sommer statt nach Island dort hin. Karelien wünsche ich mir schon lange. Wenn jemand mitkommt. Ich würde auch sicher wieder ein paar Steine mitbringen.

Süddeutsche nochma: Dazu sage ich jetzt mal nix. Ausser vielleicht Ojehojeh.

Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden

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Meine Lieblinsfabrik: So wie Ahnungslose sich eine Fabrik vorstellen. Man füllt oben was rein, es macht eine Menge Lärm, Dampf und Rauch, Trommeln drehen sich, Zylinder stampfen und am Ende kommt was Fertiges raus. Das wird dann in Säcke gefüllt. Im Winter steht alles still und es wird nur verkauft.

Einmal im Jahr, meistens im November, reise ich an, die netten Jungs mit den fehlenden Zähnen und den fünf nackten Kalendern im Büro laden mir fünf Stück à 25 Kilo in den Kofferraum (nur wer läd sie aus?), ich zahle ein lächerliches Geld und fahre davon zu meinem Lieblinsrestaurant, um dort noch geschwind ein paar Rehmedallions zu verschlingen. Mit Spätzle. Mehr le als dort gibt es nirgends.

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Chunking Mansions, Hongkong. Irgendwo in der Mitte eines der widerlichsten Hostels ever (und das will was heissen). Dennoch hab ich da ein vergessenes blaues Handtuch mitgenommen, das wohnt noch immer in Kreuzberg , mit australischer Waschanleitung (ja, auf australisch, mit Flagge. Wie heisst denn das Schildchen nun, das kleine weisse?). Dass ich mich da drin nicht so verirrt habe, dass ich verhungert bin, ist ein reines Wunder. Eine ganze abegafackte Kleinstadt in einem Gebäude. Und der Duft. Unvergessen.

Auf Anfrage heute sehr trübsinnige Reise in die Volksrepublik mit Außenbezirken.
(Oder Kein Wunder, dass der Diascanner nix taugt, ist ja auch von einem Kaffeeröster)

Alterserscheinungen

Manchmal hat es ja was für sich, das Älterwerden. Zum Beispiel die Sache mit dem Whisky. Ich fand das schon lange eine grossartige Vorstellung, im moosgrünen Tweeddreiteiler in einem speckigen Clubsessel (der F. hatte so einen) am lodernden Kaminfeuer die vom langen Ausritt schmerzenden Glieder zu wärmen, die schmutzigen Reitstiefel auf dem passenden Hocker, im Aschenbecher das Zigarillo die qualmende Havanna und: ab und zu ein Schlückchen vom goldleuchtenden uralten Single Malt. (Im Hintergrund freundliche Klaviermusik, der Butler reicht das Silbertablett mit den Gurkensandwiches und fragt nach den Abendessenswünschen usw. usf.) Aber er schmeckte mir ja nicht.

Die Zigarilloraucherei hab ich schnell, wegen leidenschaftlicher Proteste meiner Nächsten wieder eingestellt. Der Tweeddreiteiler erwies sich als schwierig in der Beschaffung (bin noch dran), der F. samt Sessel ist fort, die Reitstiefel sind zwar dreckig, wenngleich schon lange unbenutzt und das Kaminfeuer, eine andere Geschichte. Aber der Whisky.

Vielleicht habe ich ja schon mal erwähnt, dass ich in diesem Früjahr in Schottland war. Mit der K.. Die sich ein bisschen auskennt und sogar ein schlaues Fachbuch dabei hatte, das sie erst eine Weile vor mir versteckt hat, bevor sie begann, mir abends daraus vorzulesen. Nie hätte ich gedacht, dass ich mit den merkwürdigen Ortsnamen, die ich vor einiger Zeit hier las, mal was verbinden würde. Wir waren dann auch gar nicht auf Islay, sondern (u.a.) in Oban,

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haben direkt oberhalb der Destillerie (der Schornstein) gewohnt und sie auf den letzten Drücker noch besichtigt (so ungefähr habe ich es verstanden mit dem Torf, der Maische und den gebrauchten Fässern, mein Schottisch ist allerdings so mittel). Und ich hab probiert.

Natürlich waren wir auch in Edinburgh, wo wir ganz wunderbar (ja, Haggis auch) speisten, es gab dort Whisky. Den hab ich probiert. Freundin S. hat mal eine Weile in E. studiert und uns zum abendlichen Absacker ihren Lieblingspub ans Herz gelegt. Zufällig gab es da Whisky. Und da hab ich dann noch mal probiert. Ne, besoffen war ich nicht, dass ist ja immer nur so ein Mäusepipi, aber hingerissen von der GESCHMACKSEXPLOSION. Den Oban, den ich der Greisin mitbrachte, haben wir jedenfalls entgegegn K.s Prognosen in einem Vierteljahr niedergemacht.

Warum ich das alles aufschreibe: Statt des Heissgetränks genoss ich am Samstag Abend in charmanter Gesellschaft einen Lagavulin in der einzigen Bar am Platz. Und das, obwohl ich mich doch in der Singlemalteinöde wähnte. Der Barkeeper erzählte allerdings, dass er zum Jahresende schliesst. Er geht in die Werbung. Ich muss doch nach B., Stoff besorgen.

Ach übrigens, Sie können mich Camilla Montez nennen.

Industrie Technik Kultur

Ich leiere das ja schon lange: Wenn schon Berlin, dann Schöneweide. Aber es hört ja niemand (hat vielleicht auch sein Gutes, wir wissen ja, wie das läuft).

Und dann gleich eine ganze Fabik, wie die G. und der R., die wohnen und arbeiten in der ehemaligen Wehrmachtsuniformschneiderei. Haben sie in den 80ern für lau gekauft. Nachdem wir einen wunderbaren Abend zusammen verbracht haben, überlegen die G. und ich, ob wir uns eigentlich von früher kennen. Und stellen dann fest: Sie war meine Professorin im ersten Semester. Hätte sie mal gleich ihren Nachnamen gesagt. Ist ja schon eine Weile her.

Was ich gerne auch nicht mehr lesen hören sehen würde

Deko (besonders als Tischdeko)
… -Unverträglichkeit (gern in Personalunion mit Burnout/Beckenbodengymnastik/Schokobrunnen)
Wetten dass …
Silvio Berlusconi
Royal Baby
Okeiiiiiiiiiiiii (in Kurzintervallen, vorallem am Telefon, um seinem Gegenüber zu signalisieren, dass man den Sinn seiner Worte erfasst hat. Ich versuche mich selbst gerade auf Schau an/Was Du nicht sagst/Na sowas/Sapperlott nochmal umzutrainieren, klappt so mittel)
Shopping
(vegane) Cupcakes
Nachhaltigkeit (berufsbedingte Unverträglichkeit)
Save the Date
Artikel mit Wortvariationen aus Berlin Mitte/Latte Macchiato (to go)/
Digitale Bohème/St. Oberholz/Schwaben/Muttis/PrenzEl Berg/Sojachailatte/
Bioeis/LOHA/Poller
Toyboy
Wie … ist das denn (geil, scheisse, krass etc.)
Schneefallgrenze
Kid(s)
Szenecafé
Porno
Die Seele baumeln lassen
Unwetterwarnung
Sylvester
Weltuntergang
Können Sie das auch in Word machen? (oder Kann ich die Worddatei davon haben? ES GIBT KEINE WORDDATEI)
In der Ruhe liegt die Kraft
Kanzlerkandidat
Privatsphäre-Einstellungen

und tbc

Daheim in Bullerbü

daheim
Die Verbindung scheint ganz gut zu sein. Höhere Mächte haben dafür gesorgt, dass ich in aller Gemütlichkeit in meinem nach Norden ausgerichtetetn Turmzimmerchen sitze und dem Lieblingsnachbarn dabei zuhöre, wie er mit dem Lamborghini (Longobardi, Landini, was weiss ich), dem letzten Flöckchen, welches sich erlaubt, die Auf/anfahrt zu be/erschweren, den Garaus macht. Hoffen wir, dass die Begeisterungs/Schneemengenkurven synchron verlaufen. Dieses Männer und Maschinending ist mir ein Rätsel (wobei der F. als zarter Feingeist mir gerne die Maschinen überlassen hat. Ich mag die aber auch nicht).

So wird es also weiterhin keine aufregenden Urbanitäten aus dem kleinen Leben der M. zu berichten geben. Kein Paulysaal. Kein Neugrün. Kein Hamburger Bahnhof. Kein Weihnachtsmarkt. Nur so: Heute Abend werde ich zur Entschädigung (?) mit dem Bubi auf der lokalen Eisbahn ein alkoholisches Heissgetränk einnehmen. Oder zwei. Ach Du jeh. Wie langweilig. Wie wunderbar. Diese geschenkten Tage gerade immer.

Wieder Post

Seit einiger Zeit schickt das Ausland mir Emails. Ich schob sie genervt in den Spamordner zu den Immobilienangeboten aus Ulaan Baator
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und den verheissungsvollen Versprechungen von Herrn Morris und seinen Brüdern und Cousins (sogar auf deutsch inzwischen).
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Aber heute morgen, nur das Universum weiss warum, hab ich die neuste dann doch gelesen. Und mein Herz klumpte zusammen in nostalgischer Sehnsucht. Mal wieder. Das Ausland. Gibt es noch. Ist nicht mehr ganz das gleiche wie damals. Aber bisschen wenigstens.

Vielleicht, ganz vielleicht, werde ich die nächsten Tage einen Spaziergang durch die LSD-Strassen machen, nicht um japanisch zu essen, sondern um mich ganz den wehmütigen Erinnerungen hinzugeben.
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Die Fünf Ziegen, wo ich mit dem seltsamen Journalisten und seinem klugen Freund zwischen den Unionfans rumhing (der Freund wurde dann ein ganz grosser in der Blog-Welt, das war aber in der Vorblogzeit), das Schlimmann, das gute verqualmte (ne, oder?!), in dem so viele Nächte endeten (und Morgen anbrachen). Einmal bin ich mit dem A. dort gestrandet und es wurde höchst prekär, da er mit seinem Barbourjäckchen, dem hellblauen Hemd mit den weissgoldenen Manschettenknöpfen und seinem ungehobelten Mundwerk gar nicht gut ankam. Ein glänzend polierter Fremdkörper. Ging aber gerade noch gut. Ging eigentlich immer gerade noch gut. Aber knapp.