
Wir erinnern uns an Vorvorvorgestern. Ich muss jetz übern See. Termine. Sie wissen schon.

Wir erinnern uns an Vorvorvorgestern. Ich muss jetz übern See. Termine. Sie wissen schon.
In regelmässigen Abständen hat der F. zu mir gesagt Warum liest Du nur diesen Quatsch und meinte damit die Internettagebücher, die ich schon seit langen Jahren mehr oder weniger regelmässig besuche. Das hat doch alles keinerlei politische oder gesellschaftliche Relevanz. Nö. Ich hab ihn dann ein bisschen aufgezogen, ob er alle Erbaulichkeiten nach Kriterien politischer oder gesellschaftlicher Relevanz auswähle, sich so beispielsweise seine Begeisterung für Cy Twombly erklären liesse. Wie man denn dieses Befindlichkeitsgelaber mit richtiger Kunst vergleichen könne, hat er mich und sich gefragt. Einig sind wir uns auch hier nicht geworden.
Seien Sie gewiss: Es gibt hier nur Befindlichkeitsgelaber, garniert mit ein paar Lesezeichen und bunten Bildern. Bestenfalls Reisebeschreibungen von wenig spektakulären Orten. Nichts von politischer oder gesellschaftlicher Relevanz, leider. Und Kunst ist es auch nicht. Ganz wohl ist mir dabei nicht.
Gestern bin ich nach Konstanz gereist weil ich dort eine Vorbesprechung für ein sehr schönes Projekt hatte. Jedenfalls war die Herstellung der letzte Ausgabe eine Freude. Der Besuch hat lange warten müssen (es war bisschen knifflig), dann haben wir prima gespeist und sind noch ein bisschen durch das Städtle geschlendert. Irgendwann wurde sogar der Himmel ein wenig blau. Den Aperitif gabs dann wieder auf der richtigen Seeseite.






v.o.n.u. Imperia, Wasser und Brot, Unipingpong, gelbe Dalben, Ausblick und Aperitif mit Miniuntergang.
Ich glaube, das wird ein schöner Job.
Ein schöner Tag war es schon mal.
in meiner Post
…
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Optimierung ist notwendig, wenn auf Sie mindestens einer dieser Sätze zutrifft:
• Sie haben wenige Besuche auf Ihrer Webseite,
• man kann Ihre Webseite in den Suchergebnissen nicht finden oder sie befindet sich an der 2. oder weiteren Unterseite der Suchmaschine,
• Ihr Service präsentiert sich unangemessen in der Suchmaschine,
• die Kunden können keine nötigen Informationen finden und verlassen schnell Ihre Webseite,
• Kunden kaufen bei der Konkurrenz und nicht bei Ihnen,
• Sie möchten sicher sein, dass Ihr Service geschützt wird,
• Sie möchten der Konkurrenz die Stirn bieten und ihr einen Schritt voraus sein.
…
Ach herrje. Stimmt alles.
Ich denke, wir kommen ins Geschäft.
Ach, sowas wollte ich ja schon lange auch mal. Via die Kaltmamsell.
Ich lese … fast gar nicht mehr, wenn überhaupt, Krimis und behaupte das liegt an meinem ADS. Je weniger Handlung, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, ich habe am Ende des Satzes vergessen, was am Anfang war. Glücklicherweise habe ich in meinem alten Leben so viele Bücher gefressen, das das noch eine Weile reicht. Kann immer noch sagen: Oh ja von der/dem hab ich auch mal was gelesen (1996).
Ich trage … eine sehr alte, sehr dreckige Cargohose in Schlammgrün und einen (sehr alten, sehr dreckigen) schwarzen Herrenwollpullover, den ich in den Galeries Lafayette kurz nach deren Eröffnung gekauft habe, drunter auch alles schwarz (aber sauber!).
Ich habe … heute noch schnell neues Heu bestellt, nachdem ich mich mal wieder total verschätzt hatte, wie lange es noch reichen würde. Die Bäuerin bringt es, und wir zwei Ladies werden es vermutlich wieder nicht schaffen, den Rundballen aufzustellen. So ist das Leben ohne Mann.
Ich höre … die Schlafgeräusche des Hundes, der auf meinen Füssen liegt.
Ich trinke … sehr ungern. Ausser Alkohol.
Ich esse … jetzt erst mal nix, denn ich habe gerade gefrühstückt. Generell behaupte ich immer, ich esse alles, um dann mengenweise aufzuzählen, was ich nicht mag. Z.B. Pfeffer. Nicht wegen scharf (ich liebe scharf), sondern wegen des muffigen, alles überdeckenden Geschmacks. Ziegenkäse. Lamm. Leber.
Ich stehe … sehr ungern, denn mir tun schnell die Füße weh. Beim Gehen weniger.
Ich gehe … ziemlich viel zu Fuss, auch in Berlin, wo ich früher wie eine Wahnsinnige Fahrrad gefahren bin (den Kurier erwisch‘ ich auch noch!). Das geht mir aber zu schnell inzwischen, ich schätze das Fussgetempo. Sieht man auch mehr.
Ich lache … sehr selten laut. Obwohl die Greisin gestern gemeckert hat, ich hätte den Ernst des Lebens noch immer nicht erfasst und wäre genauso albern wie mein Hund. Ich glaube nicht an den Ernst des Lebens. Aber mehr laut lachen wäre vielleicht gut.
Ich sehe … Nebel. Schemenhafte Bäume. Aus dem Fenster.
Ich mag … mein Leben. Hoffentlich hält es noch ein bisschen. Der Internist sagt, die Herzklappe der Greisin klappert bedenklich leise inzwischen. Dem wird nun mal nachgegangen.
Ich schreibe … wieder viel, nach dem ich acht Jahre nicht mehr als den Einkaufszettel notiert habe. Vielleicht geht das mit dem Lesen auch so? (Sind schliesslich alles Naturgesetze)
Ich weiß … nicht besonders viel, aber mit Blumen und Schmetterlingen kenne ich mich wirklich gut aus. Und für Notfälle habe ich eine Bestimmungs-APP mit über 1000 Pflanzen. Kann also gar nichts passieren.
Ich möchte will … gerne geduldiger sein. Mit anderen. Mit mir. Und beharrlicher. Und weniger faul. Und einen Landrover Defender. Und einen Gärtner.
Bei Kaffee und Kuchen gab es interessante Geschichten (bald) und ich wurde von den anwesenden Fachleuten über die zauberhaften Intérieurs von Hammershøi aufgeklärt, die K. hatte gerade so eins restauriert, bevor es in die Ausstellung kam. Ach, auch wieder mal verpasst. Ich sollte doch öfter nach München fahren. Die doofe Sause mit Verkleidung ist ja nun vorbei.
Das umgebende Intérieur war auch nicht von schlechten Eltern, nur der See vor der Tür hatte beschlossen, den ganzen Tag unsichtbar zu bleiben, wir also fluxi wieder rauf auf den Berg, um uns dort bei völlig übertriebener Hitze durchs Gelände zu schleppen.

Und die Quitten haben wir geerntet, die bekommt die L. und ich sie dann anteilig fertig als Gelee zurück. Wenn das mal kein gutes Geschäft ist. Sind weniger als letztes Jahr, aber sie duften betörend (nicht im Bild).
Grad hat Beckchen angerufen, hat fertig gedreht in Konstanz und verlangt nach Heissgetränken. Jetzt reist sie mit dem Dampfer an. Irgendwann sollte ich auch mal wieder was arbeiten.

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Das alte Zuhause. Die ewige Klage. So geht es dann weiter. Oder es endet?
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Und von denen bekomme ich immer Post, keine Ahnung warum, gefällt mir sehr gut. Kann man rumklicken und hübsch finden.
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Und ins Kino werde ich dann wohl mal gehen, falls das Wetter jemals wieder schlechter wird. Hab ich eigentlich meine Schottlandbegeisterung mal erwähnt?
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Gleich ist der Nebel weg. Es wird schon hellblau. Dann wieder Wetter.

Dieses Bild habe ich nicht gemacht, ich schwöre.
Wo ist das? Warum ist das in meinem Telefon?
Hut ab, dieses Ifon ist ein echter Phoenix. An der Hardware ist jetzt eigentlich alles kaputt. Trotzdem geht immer wieder mal kurz von selbst an, und dann gleich wieder aus. Praktisch ist das nicht. Aber immerhin konnte ich noch die letzten Fotos runterladen.

Heute wie gestern. Die Arbeit liegt, den Hund freut’s.
Allerdings ist wohl endgültig Sendeschluss beim Ifon. Es ist vorhin ins, nennen wir es Wasser gefallen. Ich vermute allerdings, dass etwas anderes dahinter steckt.*
Apropos Paranoia: Unlängst habe ich, auf Anregung von Charlotte Roche, die Kamera an meinem Laptop abgeklebt, weil, man weiss ja nie, echt jetzt. Irre Talkshow, gute Gäste. Leider bald vorbei.
Ausserdem erkenne ich nun Leute mit unbefriedigendem (oder nicht vorhandenem) Sexualleben an den heruntergezogenen Mundwinkeln. Diese Weisheit hab ich von Paula Lambert (nun ja) aus der allerbesten Sebastian Winkler Show (find‘ ich toll, warum kennt den eigentlich niemand?)
Und von Bastian Pastewka weiss ich, dass Hundebesitzer hässlich sind. Von Hundebesitzerinnen hat er nichts gesagt. Aber überhaupt, wenn interessiert schon die Meinung von Bastian Pastewka.
* Kurz vor dem, sagen wir Unfall, habe ich in meinem Fotoordner ein Bild mehrerer Uniformierter in konspirativer Körperhaltung vor einem öffentlichen Gebäude entdeckt, das unmöglich von mir stammen kann. Falls das Telefon jemals wieder aus dem Koma vom Tode erwacht aufersteht, werde ich es sofort veröffentlichen.

war ich gestern in der Schweiz. Wozu wohnt man schliesslich am Bodensee. Und ich habe keinen Streit mit dem Zöllner bekommen, obwohl er mich rausgewinkt hat. Er hat nicht mal gemerkt, dass mein Ausweis abgelaufen ist, so hat er sich für meine Nummernkonten interessiert.
Es scheint, ich sehe aus, als hätte ich ein Konto in der Schweiz. Das ist doch was. Dass das gammelige kleine Auto voller Stroh, Heu und Hundshaare ist, ist natürlich nur Tarnung.

Rote Äpfel. Gelber Raps.
Priviligiertes Bauen mit Alpenblick.
20 Grad. Fetter Föhn.
Und keine Lust zu arbeiten.