Kategorie-Archiv: Selbstbildnis

Hölzchen

Der Wortmischer schmeißt Stöckchen. Und ich hab grad Lust.

09
1. Münchener Oktoberfest? (Unbedingt! / Keinesfalls! / Was ist das?)
Es gibt nur wenige Dinge, die mir noch weniger attraktiv erscheinen: Loverparade. Jakobsweg. Eine Pilgerfahrt nach Mekka. Dieses indische Farbengedöns. Menschenaufläufe, egal ob mit weltlichem oder religiösen Hintergrund sind mir ein Graus. Und dann noch in Kombination mit Verkleidung, Bier und schlechter Musik. Rätselhaft.

2. Haben Sie Ihren Volkswagen schon abgestoßen?
Tatsächlich gibt es hier im Haushalt einen Volkswagen. Der ist sehr alt und hat viele Dellen und Beulen. Ich habe eigentlich vor, ihn zu fahren bis er zusammenbricht (vermutlich wird es nicht mehr lange dauern). Ich denke, die Sache mit den Abgasen ist da eh ungünstig. Auch ohne Elektronik. Auf meinem Berg ohne Auto wäre das ein sehr schwieriges Leben. Bis zum nächsten Laden, dem kleinen, sind es ungefähr 3 km. Der Heimweg ist stramm bergauf. Also nicht gerade Fahrrad geeignet.

3. Erinnern Sie sich noch an das erste Musikstück, das Sie sich gekauft haben? (Vinyl, CD, Download?) Hören Sie sich das heute noch gerne an?
The Romantics: Talking in your Sleep (Das Video lohnt sich schon nur wegen der Frisuren). Ewig nicht gehört, mag ich aber noch immer. Eine Single. Fünf Mark ungefähr. Ich habe sie noch (wo?).

4. Spielen Sie ein Musikinstrument? Trauen Sie sich damit vor Zuhörer?
Geige angefangen. Blockflöte. Beides schauerlich, letzteres ein bisschen weniger. Nein.

5. Im Preisausschreiben gewinnen Sie eine Penthauswohnung in Berlin, London, Paris, Prag oder Wien. Welche suchen Sie sich aus?
Berlin. Oder London. Nö, lieber New York, Sydney, Istanbul oder Glasgow. Bristol. Marseille. Oder so.

6. Bevor Sie den Löffel abgeben: Welches Ding müssen Sie vorher unbedingt noch gedreht haben?
Hm. Ich mach alles, was geht, und versuche nichts aufzuschieben. Viel Reisen jedenfalls.

7. Halb acht Uhr abends. Sie kommen völlig gerädert (aus der Arbeit) nach Hause. Was passiert, sobald der Mantel an der Garderobe hängt und die Schuhe in der Ecke stehen?
Ich versuche gerade, mir das vorzustellen. Ich bin ja schon daheim und Schuhe habe ich nur ganz selten an. Also wenn die Arbeit mich mal angestrengt hat, gibt es abends mehrere mögliche Szenarien: Entweder ich rühre eine Arrabiata oder Puttanesca zusammen (Nudeln mit Tomatensoße finde ich sehr beruhigend) oder ich koche aufwendig, um runter zu kommen. Ab und zu klemme ich die Greisin unter den Arm und wir gehen essen. Ansonsten passiert da nicht mehr viel. Also ich gehe früh schlafen. Mit den Hühnern.

8. Kochen Sie selbst? Was kommt auf den Tisch, wenn die leeren Teller schon nach einer Stunde im Geschirrspüler stehen müssen?
Eigentlich immer. In diesem Fall gibt es die überirdischen Maultaschen aus der hiesigen Metzgerei, da sind immer welche eingefroren und einen Salat aus irgendwas gibt der Garten immer her.

9. Golf, Ski, oder Tennis? (Oder doch lieber die TV-Fernbedienung?)
Ski.

10. Wir schreiben das Jahr 2025. Was ist für Sie die auffälligste Neuerung im Vergleich zu heute?
Falls die Welt nicht untergegangen ist, Im besseren Fall werden wir ausgiebig mit dem Klimawandel befasst sein. Ach, vielleicht geht ja auch alles gut.

11. Sie packen Ihren eigenen Flüchtlingskoffer. Was muss da rein? (Fünf Dinge braucht der Mensch.)
Was mir wirklich wichtig ist, lässt sich leider nicht in einen Koffer packen. Dinge? Tomatensamen. Streichhölzer. Taschenmesser. Zahnbürstepaste. Tampons. Mir fällt nichts sonst ein. Und ich habe darüber in letzter Zeit viel nachgedacht.

Neue Fragen denk‘ ich mir noch aus. Nachher, ja?

Uff

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Zugenommen oder abgenommen?
Immer gleich. Früher hätte ich gefunden, das sei zuviel, inzwischen bin ich mehr mit anderem befasst.

Haare länger oder kürzer?
Bisschen kürzer. Aus Versehen. Vorallem weisser. Finde ich grad gut. Die Meinungen gehen da sehr auseinander.

Mehr bewegt oder weniger?
Haha. Vor allem schwerer. Vorgestern die Treppe runtergefallen. Gestern einfach so gestürzt. Vornerum. Also eher grünblaue Weihnachten. Vielleicht muss ich die Geschwindigkeit langsam an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Beides. Witzig, oder? Und auch noch ein Dings links. Optikusneuritis. Kann man schwer beschreiben. Wird aber besser. Augenhaft nicht mein Jahr.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Weniger verdient aber noch weniger ausgegeben.

Der hirnrissigste Plan?
Im üblichen Tempo die Treppe runter.

Die gefährlichste Unternehmung?
Im üblichen Tempo die Treppe runter.

Die teuerste Anschaffung?
Rechner. War nicht so schlimm wie ich dachte. Liess sich nun wirklich nicht mehr rauszögern: Akku kaputt, Laufwerke kaputt, Lüfter kaputt, Pixel kaputt. Getöse wie ein Traktor. Und jetzt: Stille. Auch schön.

Das beste selbstgekochte Essen?
Den ganzen Sommmer selbstgezogenes Gemüse zubereitet. Z. B. Minestrone. Indisches Bohnengedönscurry (obwohl der Text so bescheuert ist). Allerlei Wok. Apfel-Zwiebel Quiche mit Höri Bülle.

Das berührendste Buch?
Herz IV von R. Fischer. In einem Rutsch.

Das schönste Buch?
Stadt der Commonisten. Trotz Urban Gardening.

Der beste Film?
Einen gesehen. Monsieur Dings und seine Töchter. Jaja.
Aber der Sherlock, ach Benedict. Gildet TV auch?

Die ergreifendste Musik?
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Des Abends nach einem sehr reichhaltigen Mahl durch Vilnius spaziert. Hörst Du das? Um Ecken gebogen und ausgelassene Litauer gefunden, die, jung und alt, dick und dünn, ungelenk und begabt, cool und altmodisch, alle zusammen und mit Hund, zutiefst kenntnisreich volksgetanzt haben. Mit Klatschen und Powackeln. Und Sichimkreisdrehen. Das war ach, wir haben ein paar Rührungstränen verdrückt.

Die schönste Ausstellung?
David Shringley. David Shringley. David Shringley. David Shringley. My Love.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Pepone Zeppelin Trotzki.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Mit der besten Freundin im Baltikum. Ich weiss haargenau, warum sie die beste Freundin ist. Seit 36 Jahren. Mit der Greisin.Und mit der K.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Erste Hälfte: Heiterkeit. Zweite Hälfte. Erschöpfung.

2014 zum ersten Mal getan?
Ein Gewächshaus und Hochbeete bepflanzt. Mit einem Schaufelraddampfer gefahren. Mich von einer Hornisse stechen lassen. Und von einer Hummel. Mir Wolfsmilch ins Auge geschmiert. Holz verkauft.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
Buckelpiste ansehnlich runtergefahren. In Irland gewesen.
Cortison intravenös. Tägliche Spritzen spritzen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
TIA. Optikusneuritis.Tägliche Spritzen spritzen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Zuhause geht’s bestimmt gleich besser.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich hab das ganze Jahr mit Vergnügen Sachen verschenkt.
Ob ich’s mal getroffen habe? Keinen Dunst.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
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Heimkommen. So Kugeln. Ein gelbgerahmtes Bild. Und noch ein Buch.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Für immer.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
? Für immer?!

2014 war mit einem Wort …?
Uff.

2013. 2012.

Right now

Zum dritten Mal. Via die verehrte Kaltmamsell.
Hätte ich sonst vergessen. Schon wieder ein Jahr rum.

Ich lese … so wenig wie niemals zuvor. Nachdem ich viele Jahre lang ein zwei ordentliche Bücher in der Woche gelesen habe (wovon ich noch immer zehre), bin ich zu Krimis übergegangen, von denen ich ein bis vier die Woche gelesen habe, dann habe ich es kurz mit den ebooks versucht, das war dann aber schon nix mehr. Das Elend hat mit der Diagnose und dem Ifon angefangen: Beides schlägt sich immens auf meine Konzentration. Ja, also elektrische Zeitung und Befindlichkeiten im Internet lese ich noch immer. Viel.

Ich trage … eine alte kaputte Jeans und einen (sehr löchrigen sehr dreckigen) schwarzen Wollpulover. Es gibt ihn immer noch. Vor einem halben Jahr wollte ich ihn wegschmeissen und habe festgestellt, dass man ihn noch identisch kaufen kann. Bei einer französischen Herrenmodefirma. Ihn im Internet bestellt. Was soll ich sagen. Es ist nicht das gleiche. Ich habe den alten behalten. Der neue kratzt und wird nur in Notfällen getragen.

Ich habe … mal wieder Kopfschmerzen. Seit dem plötzlichen Tod der Freundin im Juli trage ich mich mit dem Gedanken, doch mal zum Arzt zu gehen. Och ne.

Ich höre … die Festplatte meines Rechners. Sollte wohl mal einen neuen kaufen. Das wiederstrebt mir. Dieses System, dass alle Programme immer größer werden (nein, ich brauche die wenigsten von diesen Superfeatures) und einem alles dichtmachen, so dass man allein deshalb alle paar Jahre einen neuen Computer anschaffen muss.

Ich trinke … Suser. Zu Zwiebelkuchen.

Ich esse … was mir Spass macht. Nur nach am Wochenende Fleisch. Dann aber mit großem Vergnügen.

Ich stehe … schlecht auf einem Bein. Wobei es besser geht, wenn ich übe. Ich übe aber nicht.

Ich gehe … nicht direkt wacklig, aber ich falle öfter mal hin. Neulich darüber nachgedacht, wie das erst mal im Alter werden soll. Wenn ich jetzt schon anfange. Apropos, die Greisin hat die Eitelkeit besiegt und sich sich für eine Rollator entschieden.

Ich lache … immer noch, wenn ich dran denke, wie das Patentkind sich gestern gar nicht mehr eingekriegt hat, als wir zusammen das TH geübt haben. Es lernt jetz Englisch. Mr. Kapoor lives over the thop. Äh. Shop.

Ich sehe … heute nachmittag wie die Flüchtlinge hier wohnen. Denn ich habe endlich einen Kontakt bekommen. Bin gespannt. Was ich tun kann.

Ich mag … meine Arbeit gerade wieder. Hoffentlich hält es noch ein bisschen.

Ich schreibe … das meiste nur im Kopf grad. Da jede Menge.

Ich weiß … sehr viel überflüssigen Kram. Den ich leider zu selten für mich behalten kann.

Ich möchte … beweglich bleiben. Klappt so mittel.

So das war jetzt für mich. Das hatte ich überhaupt unterschätzt, wie gut so ein Blog zum nachschlagen funktioniert.

Treibholz

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Frau Krabke hat geworfen und ich fange. Kommt mir gerade recht.

1. Welche Gerüche verbindest du mit deiner Kindheit?
Bohnerwachs: Im Kindergarten gab es so eine gewaltige Maschine, mit der das Linoleum gebohnert wurde. Ich mochte das sehr.
Pferd: Ich bin fast jeden Tag geritten als Kind
Franzbranntwein: Damit gab es manchmal Umschläge bei Wachstumsschmerzen.
Kolophonium: Es gab einen vergeblichen Versuch, Geige zu lernen. Freiwillig.

2. Welche ist deine Lieblingsfarbe?
Ich mag alle Farben. Ausser ultramarin/königsblau.
Und keine dunkelblaue Klamotten. Ein Spleen.

3. Besitzt du Kleidungsstücke in deiner Lieblingsfarbe?
Meine Kleidung ist im wesentlichen schwarz. Grau. Ein bisschen rot.
Gelb und grün. Ich finde Kleider- und Lieblingsfarben sind zwei Paar Schuhe. Haha.

4. An was glaubst du?
An die Liebe. An die Freundschaft. An das Gute.
Und ein bisschen an höhere Wesen. Ich übe das.

5. Würdest du für deinen Glauben sterben?
Ich glaube schon. Also ich glaube, ich würde für jemanden sterben, den ich liebe. Ach, weiss nicht. Ich verstehe die Frage nicht. Warum sollte man für seinen Glauben sterben? In welcher Situation? Und wem bringt das etwas? Ausserdem hat das der Herr Jesus ja schon gemacht. Für uns alle. Mit nur mäßigem Erfolg. Leider. Der hatte ja ziemlich gute Ideen.

6. Hättest du genügend Rezepte in petto, um eine/n Veganer/in bekochen zu können?
Locker aus dem Handgelenk. Eine Woche. Dann wird es eng.

7. Hast du schon mal einen Pandabären gesehen?
Zwei. Im Zoo in Berlin. Ich mag Zoo nicht. Pandas aber schon. Voll süss.

8. Wie viele Nicknames repräsentieren dich im Netz?
Zwei. Ne, drei.

9. Färbst du deine Haare?
Manchmal.

10. Warum?
Sag ich nicht.

11. Deine selbstgemachte Lieblingssüßigkeit
Puh. Ich bin ja eine Kochschnecke, allerdings nicht mit Süsskram. Ich kann eigentlich überhaupt nur Crèpes Suzette, Vermicelles, Tarte Tatin und Mousse au Chocolat, da aber nur die Anfängervariante. Mag ich alles.

Und ich bewerfe wiederum die drei Damen
tikerscherk
rosmarin
und Friederike
11 sind‘ nicht. Sei’s drum. Aber 11 funkelnagelneue Fragen:

1. Was verstehst Du unter Empathie?
2. Ist Dir manchmal langweilig?
3. Hast Du mal jemanden geschlagen?
4. Kannst du eine Tanne von einer Fichte unterscheiden?
5. Vor was ekelst Du dich?
6. Hast Du mal was gestohlen?
7. Welche war Deine erste Schallplatte?
8. Hast Du ein gutes Namensgedächnis? Und Gesichter?
9. Wo bist Du am Liebsten?
10. Verkleidest Du dich gerne? Narri Narro
11. Hast Du ein Lebensmotto?

Wiener Kaffeehäuser

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Als ich so im Katholischen Pfarrzentrum sitze, ungläubig glotze und heiter trinke, gehen mir die Silvester der letzten beiden Jahre durch den Kopf. Das vergangene, als das Patentkind während des schönen Essens einmal mit Schwung über den Tisch gekotzt hat. Der Rest des Abends verlief friedlich und lustig.

Und das davor in Köln mit den Schauspielern und den anderen Verrückten. Ich war ein bisschen betrunken, so dass ich noch immer nicht sicher bin, ob ich die Szene vor der Klotür Ich liebe nur Dich, ich habe immer nur Dich geliebt vielleicht geträumt habe. Andereseits habe ich nur ein Stündchen geschlafen, und das in den starken Armen vom Schimanki (den ich oft schmerzlichst vermisse, so auch bei der Pfarrzentrumssause), aber sicher bin ich wiederum, dass ich dem davon erzählt habe. Er hat nämlich geschimpft, er wolle jetzt nichts mehr von diesem Hawelka hören. Dabei heisst der nur so ähnlich. Der Hawelka.

Der Hawelka, bleiben wir dabei, ist ein verhinderte Schriftsteller (verhinderte Schriftsteller pflasterten ihren Lebensweg), der plötzlich aus Berlin verschwand, nachdem er mich über viele Wochen mit nächtlichen Anrufen terrorisiert hatte. Bis die beste Freundin ihn irgendwann so zusammenbrüllte, dass er aufgab. Trotzallem mochte ich ihn und freute mich, als ich ihn so viele Jahre später nebst Lebensgefährtin auf der Kölnparty traf. Wie gesagt, irgendwann geriet alles ein wenig aus dem Ruder, (es gab ein Handgemenge, welches mit mir zu tun hatte, an dem ich aber nicht beteiligt war, sicher ist das aber nicht) ich lief barfuß mit dem Schimanski durch den grauen Morgen davon, die Schuhe, Sie wissen schon, und das letzte Stück trug er mich. Er ist sehr stark, wie auch gesagt. Und so weiter.

Jedenfalls wäre ich in diesem Jahr wieder in Köln eingeladen gewesen. Aber ich entschied mich für das Katholische Pfarrzentrum. Wegen Erschöpfung. Das erste Silvester, zu dem ich mit unlackierten Fußnägeln gegangen bin. Es hat keiner bemerkt. War schon ok, hat irgendwie zu dem Jahr gepasst.

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Immerhin hab ich die Lippen rot angemalt.

Und der F. hat eine süßliche SMS geschickt. Und ist mir dann prompt in den Träumen erschienen. Verdammt. Kann das mal aufhören?

Alle Jahre wieder

Fängt so langsam an, hab ich gesehen. Ich Streberin bin schon fertig, obwohl das Jahr ja noch läuft. Hoffen wir, es gibt dennoch keine unangenehmen Überraschungen. Ich hab’s vom Wortschnittchen.

Zugenommen oder abgenommen?
Mal so mal so. Immer noch.

Haare länger oder kürzer?
Viel länger. Ich halte noch durch. Bald geht Lady Godiva.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Noch kurzsichtiger. Das hört wohl nie auf. Ojehojeh. Und weitsichtig. Ts.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Noch weniger. Habe kaum mehr Freude am Kaufen.
Erstaunlich, wieviel Geld ich auf einmal hab.
Wieviel ich früher so rausgehauen hab.

Der hirnrissigste Plan?
Die Biennale noch reinzuquetschen. Schnell verworfen. Schade.

Die gefährlichste Unternehmung?
Nicht meine. Aber irgendwie auch. Der Greisin HerzOP.

Der beste Sex?
Sehr witzig.

Die teuerste Anschaffung?
Ein Kaminholzwagen. Nicht zu fassen.

Das leckerste Essen?
Wie immer oft gut gegessen. Wenn nicht gut, dann lieber nicht. Essen.
Und LECKER schon mal gleich sowieso nicht.

Das beeindruckenste Buch?
Tatsächlich Meike Winnemuths Das große Los. Hab mich oft wiedergefunden.
Ich Alleinreisende. Aber beindruckend ist wohl nicht das richtige Wort.

Der ergreifendste Film?
Pf. Kein Film. Doch: Quadrophenia.

Die beste CD?
Keine CD. Gar keine Musik.

Das schönste Konzert?
Und kein Konzert.

So jetzt misch‘ ich mich mal ein hier:
Die schönste Ausstellung?
Ja. Die Documenta. Ich Depp. Das ist ja schon Jahre her.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Pepone Zeppelin Trotzki. Tja. Und mit Bangen.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Der Greisin. Auf Reisen mit meinen wunderbaren Freunden.
Meiner Familie und den Nachbarn.

Vorherrschendes Gefühl 2013?
Bangen. Hoffen. Freuen.

2013 zum ersten Mal getan?
Die Greisin im Rollstuhl geschoben. Nach Lissabon gereist. Einen Stein behauen. Eine Schlagbohrmaschine gekauft.

2013 nach langer Zeit wieder getan?
Gebetet. Gemalt. Nach Frankreich gereist.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Krankenhausbesuche. Absurde Arztanweisungen. Arbeit.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Du schaffst das! Nur noch zehn Meter!

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
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Die Greisin hat einen Schaukestuhl bekommen.
Sie behauptet, man müsse sie demnächst chirurgisch davon ablösen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Dass sie es geschafft hat.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Es hat alles gut geklappt. (Oh, Dr. K.♥!)

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ts. Pf.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Egal. Völlig.

Das enttäuschendste Buch?
Der neue Lynley. Mindestens 500 Seiten zu lang.

Mein schönstes Buch (das gab es nämlich):
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Reading Ed Ruscha

Mehr Sport oder weniger?
Sport?

Der beste einzige Theaterbesuch?
Der fröhliche Weinberg. Kulturell war das Jahr jetzt nicht so ergiebig.

2013 war mit einem Wort …?
Aufreibend.

Vorsätze für 20134?
Mehr Sex. Mehr Berlin.

2012

Nun still, mein Schritt, im stillen Nebelfeld!

Hm, die geschätzte Frau tikerscherk hat wieder ein Stöckchen für mich. Erst war ich froh, denn so recht will mir nix einfallen grad, worüber ich schreiben könnte. Aber nun sind das aus Versehen zehn Sachen geworden, die Sie über mich vermutlich nicht wissen wollten. Seis drum. Sie können ja weiterblättern.

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1. Winterdepression?

Nö. Die hatte ich wohl nie, grauer Himmel macht mir nichts, obschon ich denn Winter und den Schnee nicht besonders mag. Bloß im letzten, der so lange dauerte, war ich ziemlich mürbe im Frühling.

Eher eine Sommerdepression, solange ich in Berlin gelebt habe. Wenn die Sonne schien, fühlte ich mich unter Druck gesetzt, das schöne Wetter zu nutzen, dabei kann ich heiß erst recht nicht leiden. Und Menschenansammlungen. Na bravo, versuch mal Berlin im Sommer ohne Auto draußen, ohne viele Leute. Und dann die Parks. Ein Grauen. Wenig Anhaben in der Öffentlichkeit mag ich auch nicht, weder bei anderen noch bei mir.

2. Barfuß oder Lackschuh?

Also Lackschuh nicht, aber Pumps trag ich schon manchmal. Und barfuß bin ich den ganzen Sommer. Irgendwie so eine Art Hippisnob. Meine Mutter hat mich als Kind sogar barfuß zur Schule gehen lassen.

3. Rotwein oder Weißwein?

Ts. Im Sommer weiß, im Winter rot. Zwischendurch manchmal sogar rosa. Kommt mir weniger auf die Farbe als auf den jeweiligen Geschmack an. Grauburgunder. Spätburgunder. Weißherbst. Gerne von hier. Oder aus dem Elsass. Oder oder oder.

4. Flugzeug oder Bahn?

Flugzeug nur, wenn es elend weit weg ist, also weiter als Berlin-Bodensee. Manchmal ist es das.

5. Feminismus?

Ja. Unbedingt. Hier nicht, mit dem Internetfemismus kann ich nicht viel anfangen. Oh, wundervoll, mit der bloßen Erwähnung kann man hier jede Männerrunde zum peinlichberührten Schweigen bringen. Am liebsten sag ich dann noch das Wort Emanze (und ich bin übrigens eine …). Dann schauen alle betreten zu Boden.

6. Vorbilder?

Ne. Habe ich jetz lange drüber nachgedacht, fällt mir niemand ein.
Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

7. Ziele?

Heitere Glassenheit.

8. Reisen?

Jau. Wenn man in der Einöde lebt, bekommen Lärm, Enge und Gestank eine ganz neue Qualität. Wobei ich auch gerne in andere Einöde reise. Überhaupt, woanders finde ich hochinteressant. Immer gerne, so oft wie es geht.

9. Glaube?

Ich würd ja gern, das ist doch eine schöne Idee. Klappt eher schlecht. Was aber leider klappt, ist alle Art von Aberglaube, was ja auch Glauben ist. Das nervt mich wie verrückt, aber ich gehe unter keiner Leiter durch, lege kein Besteck über Kreuz, passe auf, daß ich kein Salz verschütte, und wenn immer irgendwer so einen Schmarrn erwähnt, halte ich mir sofort die Ohren zu. Weil ich das sonst nicht wieder loswerde. Wie gesagt, ich hasse das.

10. Lieblingsfilm?

Ne. Bewegte Bilder strengen mich an. Nicht mein Medium.

Zusatzfrage: Große Koalition?

Depremierend. Dobrindt. Steinmeier. Nahles. Gabriel. Und was soll der Verbraucherschutz im Justizministerium? Und Gerd Müller ins BMZ. Ach, niederschmetternd. Aber was hab ich eigentlich erwartet.

Mlle Crabbie, wollen Sie nochmal?